{"id":1044,"date":"2013-09-18T17:17:00","date_gmt":"2013-09-18T17:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=1044"},"modified":"2015-02-14T07:44:34","modified_gmt":"2015-02-14T09:44:34","slug":"auf-dem-weg-zur-aussicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=1044","title":{"rendered":"Auf dem Weg zur &#8222;Aussicht&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030178.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1053\" title=\"P1030178\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030178-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030178-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030178.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Heute Morgen ging es dann trotz des wirklich sch\u00f6nen Platzes weiter. Schon ein paar km weiter gab es dann in einer kleinen H\u00fctte direkt an der Piste eine B\u00e4ckerei und wir deckten uns mit frischem Brot ein.<\/p>\n<p>Sesfontein lie\u00dfen wir links liegen und fuhren\u00a0 in Richtung Opuwo. Die Piste machte einen ausgezeichneten Eindruck und wir kamen rasch voran.<br \/>\n<span style=\"font-size: 16px;\">Die Piste ging immer auf und ab. Man sah teilweise schon km im voraus und konnte die \u201eH\u00fcgel\u201c z\u00e4hlen \u00fcber die die Piste f\u00fchrt. Aufpassen musste \u00a0man nur auf die \u201eT\u00e4ler\u201c zwischen den \u201eH\u00fcgeln\u201c, sie waren am tiefsten Punkt teilweise fast V-f\u00f6rmig und konnten nur vorsichtig durchfahren werden. Es war wie in einer Achterbahn in der du die Geschwindigkeit selbst vorgeben kannst. Unterwegs an einer sehr steilen Anfahrt zu einem \u201eH\u00fcgel\u201c stieg Gisela zum Fotografieren aus und ich fuhr einen km vor und wendete. Als ich zur\u00fcck kam hatte schon ein Fahrzeug gehalten. Es entwickelte sich ein nettes Gespr\u00e4ch und wir stellten fest, dass wir das gleiche Tagesziel hatten. Thomas und Maria wollten zwar vorher noch etwa 100 km entfernt einkaufen aber dann auf dem Campingplatz \u201eAussicht\u201c hier in den Bergen \u00fcbernachten.\u00a0 Wir fuhren also vor und nach 5 km holpriger Anfahrt waren wir auf dem Campingplatz in 1600 m H\u00f6he mit tats\u00e4chlich einem grandiosen Ausblick. Begr\u00fc\u00dft wurden wir von Birgit, einer Dame aus Windhoek, die hier f\u00fcr 2 Monate im Haushalt unterst\u00fctzt. Sp\u00e4ter kam auch noch Marius Steiner dazu der hier den Campingplatz und eine Mine betreibt. Strom und Wasser gibt es hier oben nicht, wenn man mal vom Regenwasser in der Zisterne absieht. Marius ist Namibianer und lebt seit 27 Jahren hier in dieser Einsamkeit inmitten von Himbas und Hereros. Die n\u00e4chste Einkaufsm\u00f6glichkeit ist 80 km entfernt. In seiner gepachteten Mine ringen Marius und seine Mitarbeiter dem Berg Dioptase und andere Mineralien ab. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er dar\u00fcber hinaus durch G\u00e4stezimmer, einen Campingplatz mit 5 Stellpl\u00e4tzen und Touren, in denen er seine G\u00e4ste durch Namibia oder haupts\u00e4chlich in die umliegenden Himbad\u00f6rfer f\u00fchrt. Es gibt Orte an denen man sich gleich wohl f\u00fchlt, hier f\u00fchlten wir uns gleich wohl. Den Abend verbrachten wir mit Birgit, Marius und einem Ehepaar aus Offenburg bei einem guten Abendessen mit netter Unterhaltung. Anschlie\u00dfend sa\u00dfen wir dann noch mit Maria und Thomas zusammen.<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr den n\u00e4chsten Tag war dann eine Halbtagestour in ein Himbadorf angesagt. Himbas und Hereros geh\u00f6rten urspr\u00fcnglich dem gleichen Volksstamm an.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030289.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1045\" title=\"P1030289\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030289-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030289-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030289.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Bei den Hereros tragen die Frauen wie bei uns um die Jahrhundertwende des 19. Jh. Kleider im wilhelminischen Stil. Bei den Himbas dagegen fetten die Frauen ihre Haut mit einem Gemisch aus Erde und Fett ein. <a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030277.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-1046\" title=\"P1030277\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030277-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030277-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030277.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dadurch wird die Haut vor der starken Sonne wirkungsvoll gesch\u00fctzt. Die Frauen tragen aufwendigen Schmuck und sind nur mit einem Tuch um die Lenden bekleidet. Man f\u00fchlt, wenn man den Einheimischen z. B. im <a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P10302511.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1047\" title=\"P1030251\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P10302511-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P10302511-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P10302511.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Supermarkt begegnet, deutlich die andere Kultur. Die M\u00e4nner sind meist wie in Europa \u00fcblich bekleidet. Bei den Kindern ist es genau umgekehrt. Die Buben springen meistens nackt durchs Dorf w\u00e4hrend die M\u00e4dchen nie ganz nackt <a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030279.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1048\" title=\"P1030279\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030279-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030279-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030279.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>zu sehen sind.<br \/>\nDie D\u00f6rfer waren noch sehr nat\u00fcrlich und von Marius gut ausgesucht. Es wurde nicht gebettelt, die Frauen boten uns kunsthandwerkliche Gegenst\u00e4nde zum Verkauf an.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag zeigte uns Marius dann noch seine Mine. Als wir in den Stollen hinein gingen kamen uns die Flederm\u00e4use entgegen. Deutlich waren in dem Stollen die unterschiedlichen Gesteinssegmente wahrzunehmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030201.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1049\" title=\"P1030201\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030201.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030201.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030201-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend gab es noch ein paar Hintergrundinformationen.<\/p>\n<p>Arbeiter werden hier nach ihrer unterschiedlichen beruflichen\u00a0 Zugeh\u00f6rigkeit bezahlt wie z.B. landwirtschaftliche\u00a0 oder gastronomische T\u00e4tigkeiten. Ein schwarzer Arbeiter auf einer Farm verdient ca. 1300.- NAD. Wobei oft nur 900.- NAD in bar ausgezahlt werden und der Rest in Naturalien. Dies zum Schutz der Frauen und Kinder, somit kann der Mann nicht alles in Alkohol umsetzen. Alkohol ist ein gro\u00dfes Problem. Anschaffungen innerhalb der Familien erfolgen sehr h\u00e4ufig auf Kredit. Hier werden teilweise Wucherzinsen von 35% f\u00e4llig. Die Arbeiter haben oft keine eigene Initiative. Auf einer Farm wurde den Arbeitern erm\u00f6glicht eigene Tiere zu halten und Gem\u00fcse anzubauen. Obwohl der Farmer Wasser und Strom kostenfrei zur Verf\u00fcgung gestellt hat und dar\u00fcber hinaus anbot, das Gem\u00fcse f\u00fcr seinen G\u00e4stebetrieb abzukaufen, nahm von 15 Mitarbeitern nur einer das Angebot an.<br \/>\n1300.- NAD entsprechen 100.- \u20ac. Viele der M\u00e4nner haben 2 und mehr Frauen und viele Kinder die versorgt werden sollten. Schulgeld wurde nun abgeschafft, doch f\u00fcr Schuluniform und Schulutensilien fallen 500.- NAD im Jahr an. Trotzdem wird lieber palavert als durch Eigeninitiative f\u00fcr einen bescheidenen Wohlstand gesorgt.<\/p>\n<p>Bei den Himbas sind mehr als 50% HIV positiv infiziert.<\/p>\n<p>Marius, &#8222;der Mann mit dem alten Hemd&#8220;, wie er von den Himbas genannt wird, hat gro\u00dfes Ansehen unter ihnen. Er versucht, einige soziale Projekte durchzuf\u00fchren, um ihren Lebensstandart zu verbessern, ohne ihre kulturelle Identit\u00e4t zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSC_0459.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1050\" title=\"DSC_0459\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSC_0459.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"531\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSC_0459.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DSC_0459-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>An diesem Abend entschlossen wir uns, noch einen Tag l\u00e4nger zu bleiben und dann gemeinsam mit Maria und Thomas die weitere Fahrt in den einsamen Norden zu unternehmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030286.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1051\" title=\"P1030286\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030286.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030286.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030286-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war dann doch etwas Kulturschock angesagt. Beim Einkaufen in Opuwo waren\u00a0 viele Kulturen durcheinander gemixt. Hereros, Himbas, Schwarze und Wei\u00dfe und es kommt einem schon etwas seltsam an wenn eine Frau barbusig \u00a0im Lendenschurz neben einer Frau im wilhelminischen Kleid mit passendem Hut durch die Regale geht oder an der Kasse ansteht.<br \/>\nHier in der N\u00e4he des Supermarktes gab es auch viele bettelnde Menschen. Allerdings muss man wissen, arm sind die meisten hier nicht. Betteln ist ein einfaches und eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. Zwei Jugendliche zeigten uns zum Beispiel ein Schulheft, in dem einige Touristen mit Betr\u00e4gen zwischen 100.- und 200.- NAD eingeschrieben waren als \u201eSpende\u201c \u00a0f\u00fcr neue Fu\u00dfballtrikots. \u201eGute Gesch\u00e4ftsidee\u201c wenn man bedenkt, dass der Tagesverdienst eines Arbeiters bei 50.- NAD liegt.<\/p>\n<p>Wir kauften die n\u00f6tigen Lebensmittel um die n\u00e4chsten Tage versorgt zu sein und fuhren zur\u00fcck.<br \/>\n<span style=\"font-size: 16px;\"><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030206.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1052\" title=\"P1030206\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030206.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030206.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1030206-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen verabschiedeten wir uns sehr herzlich von Marius und Birgit und versprachen, dar\u00fcber nachzudenken, ob wir nicht Lust h\u00e4tten Marius bei einem Gartenbew\u00e4sserungsprojekt f\u00fcr die Eingeborenen zu unterst\u00fctzen und daran eine kurze Zeit mitzuarbeiten.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Morgen ging es dann trotz des wirklich sch\u00f6nen Platzes weiter. 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