{"id":2338,"date":"2015-04-22T16:12:03","date_gmt":"2015-04-22T18:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2338"},"modified":"2015-05-01T10:31:28","modified_gmt":"2015-05-01T12:31:28","slug":"st-petersburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2338","title":{"rendered":"St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcberfahrt erfolgte auf der Princess Anastasia. Die Ausreise war problemlos. Pass und Fahrzeugpapiere wurden etwas genauer kontrolliert und schon durften wir aufs Schiff. Die Kabine war zwar nur eine kleine Innenkabine, die Dusche war aber eine Wohltat. Hei\u00dfes Wasser und ein starker Strahl, dies tat richtig gut. Vom Leben an Bord hatten wir nicht viel, denn bald schon, nach einer Flasche Sekt, schliefen wir in unserer Kabine ein. Morgens, bei herrlichem klarem Wetter fuhren wir an der K\u00fcste Russlands vorbei und legten p\u00fcnktlich um 9.30 Uhr an. Leider konnten wir vorher das gute Fr\u00fchst\u00fcck nicht genie\u00dfen. Aus dem Fenster sahen wir, dass die K\u00fcste teilweise nur noch wenige Meter vom Schiff entfernt vorbei zog. Raffinerien, Kraftwerke, H\u00e4user nur wenige Meter entfernt. War klar, wir sind schon sehr nahe an Petersburg. Die Bedienung erkl\u00e4rte Gisela auch noch, dass dies St. Petersburg sei. Was sie nicht dazu erw\u00e4hnte, dass der Hafen entlang des Flusses noch 90 Minuten entfernt ist. Dass es bis zum Anlegen der F\u00e4hre noch fast 2 Stunden waren. Also Fr\u00fchst\u00fcck abgebrochen, rasch in die Kabine zum packen und dann bemerkt, dass es noch in voller Fahrt weitergeht. Bl\u00f6d gelaufen. Bei der Ausfahrt waren es gerade mal 10 Fahrzeuge, die von Bord rollten. Die Abfertigung an der Grenze verlief problemlos. Dauerte zwar f\u00fcr uns fast 2 Stunden. Der Zoll beanstandete nichts. Die P\u00e4sse waren rasch gestempelt, nur das Fahrzeug dauerte bis alle Unterlagen mit doppelter Abschrift (Kopierer oder Durchschlagspapier waren nicht bekannt) ausgef\u00fcllt waren. Die Beamten waren sehr freundlich. Der Campingplatz war von der Anlegestelle nur 4 km entfernt und hat, im Internet gestern noch einmal nachgelesen, eine super Bewertung. Im Sommer ist es bestimmt toll hier. Jetzt ist es eben der etwas vernachl\u00e4ssigte Jachthafen. Die Aufr\u00e4umarbeiten von der Winterpause haben gerade erst begonnen. Der Besitzer des Platzes, ein sehr netter freundlicher Kerl, bem\u00fchte sich, eine Alternative f\u00fcr uns zu finden. Leider ist diese 22 km au\u00dferhalb und in den Karten, da sehr neu gebaut, noch nicht eingezeichnet. Dann der entscheidende Wendepunkt. Da wir &#8222;Freunde von ihm seien und ihn besuchten&#8220;, k\u00f6nnten wir nat\u00fcrlich auch hier bleiben. Strom h\u00e4tte er und in seinem &#8222;G\u00e4stehaus&#8220;, auf einem Boot, gibt es warmes Wasser und Toilette. Das ganze nat\u00fcrlich umsonst. Keine Frage, gerne nahmen wir sein Angebot an. Nachmittags gingen wir dann zu Fu\u00df in die Stadt. Er gab uns ein paar Tipps und so zogen wir los. Jetzt bin ich sehr froh, dass Gisela russisch gelernt hat. Ich komme mir vor wie ein Analphabet der nicht lesen und schreiben kann. Gottseidank sind die Menschen bisher alle freundlich und hilfsbereit. Ich sprach eine Frau an nach dem Weg zur Metro. Obwohl sie kein Englisch konnte, bem\u00fchte sie sich unendlich, den Weg zu beschreiben. Gisela fragte nach einer Bank, wiederum sprach die Frau kaum englisch, sie ging mit uns aber die 5 Minuten zur n\u00e4chsten Bank. Gefunden h\u00e4tten wir sie alleine wohl nicht. Der ATM steht im ersten Stock, der \u00fcber ein unscheinbares Treppenhaus zu erreichen ist. 5000.- Rubel war der H\u00f6chstbetrag, der ausgegeben wurde. Nachdem wir nun Geld hatten, fuhren wir mit dem Bus zur Metrostation. Dort gelang es uns relativ einfach eine SIM-Karte zu erwerben. Somit haben wir, sofern Netz vorhanden, Internetanschluss. Telefongespr\u00e4che nach Deutschland sind allerdings teuer. Die Minute schl\u00e4gt mit 1 \u20ac zu buche. Beim deutschen Provider w\u00fcrde es aber fast 3 \u20ac kosten. In Estland kostete die Minute nach Deutschland 9 Cent.<\/p>\n<p>Da unsere Truma-Gasheizung ausgefallen ist, haben wir dann noch einen kleinen Heizl\u00fcfter erworben. Ohne Heizung w\u00e4re es doch empfindlich unangenehm. Wieder zur\u00fcck bei &#8222;unserem Freund&#8220; stellten wir fest, dass er mit den Aufr\u00e4umarbeiten schon begonnen hat. Der ganze Platz war gefegt, das G\u00e4stehaus aufger\u00e4umt und beheizt. Ist schon toll. Hier bem\u00fcht sich jemand ganz lieb um uns. Eine Gastfreundschaft, die bei uns so nicht mehr vorhanden ist. Im Internet, das jetzt ja funktioniert, habe ich herausgefunden, dass die russische Vertretung von Truma hier in Petersburg ist. Das gibt ja Hoffnung f\u00fcr ein warmes WoMo.<\/p>\n<p>Gestern Abend, als wir die Toilette in &#8222;unserem G\u00e4stehaus&#8220; aufsuchten, bekamen wir noch eine nette Einladung zum Kaffee. Im unteren Teil des Bootshauses lebt eine Wohngemeinschaft, die sich dem Musik-Theater verschrieben haben. Sie probten eine Auff\u00fchrung in ihrem Wohnzimmer und wir durften unseren Kaffee schlurfen und zusehen. War ein sehr belebter Abend.<br \/>\nAls ich heute Morgen auf die Toilette ging, lag in dem Zimmer ein schlafender Typ. Er wachte erst auf, als ich das Zimmer verlie\u00df und rieb sich erstaunt die Augen. Ich winkte ihm zu und ich denke, er glaubte noch zu tr\u00e4umen. Als Gisela dann wenig sp\u00e4ter kam, war er wach und fragte zumindest, weshalb wir seine Toilette benutzten. Die Antwort, dass der Besitzer uns dies gestattet hat, verwirrte ihn. Heute Nachmittag sahen wir ihn beim aufr\u00e4umen seiner Bude, vermutlich hat er einen riesigen Anschiss kassiert.<\/p>\n<p>Wir waren heute in der Stadt und wissen nun nicht mehr was prunkvoller ist. Der Reichtum der arabischen Sultane, der franz\u00f6sischen K\u00f6nige, der indischen Maharadscha oder der russischen Zaren. Grandios, was die Zaren hier in Petersburg gebaut haben. Eine urspr\u00fcngliche Sumpflandschaft wurde kultiviert. Welcher unermessliche Reichtum war hier vorhanden um so etwas Grandioses zu bewirken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070907.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2341\" title=\"P1070907\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070907.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070907.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070907-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl St. Petersburg im letzten Krieg \u00fcber 2 Jahre belagert wurde, ist sehr viel alte, wundersch\u00f6ne Bausubstanz noch vorhanden. Wir hatten heute das Pech (oder war es Gl\u00fcck), dass einige der Hauptsehensw\u00fcrdigkeiten geschlossen waren. Dadurch bummelten wir mit dem Bus und zu Fu\u00df durch die ganze Stadt. Im Bus hatten wir fast 2 Stunden noch eine deutschsprachige Erkl\u00e4rung zu Geschichte und Sehensw\u00fcrdigkeiten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Petersburg1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2344\" title=\"Petersburg1\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Petersburg1.jpg\" alt=\"\" width=\"1384\" height=\"1008\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Petersburg1.jpg 1384w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Petersburg1-300x218.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Petersburg1-1024x745.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1384px) 100vw, 1384px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch heute erlebten wir wieder viele freundliche hilfsbereite Menschen. St. Petersburg eine Stadt aber auch voller Widerspr\u00fcche. Der Nahverkehr und Taxis sehr g\u00fcnstig. Eine Busfahrt quer durch Petersburg kostet gerade mal 28 Rubel (50 Cent). Am Rande von Petersburg sch\u00e4bige heruntergewirtschaftete Wohnsilos in Plattenbauweise. Die Bev\u00f6lkerung arm. Durchschnittlicher Verdienst eines Beamten 800.- \u20ac im Monat. Auf der anderen Seite, Menschen die sehr gut gekleidet sind und im Kaffee sitzen und f\u00fcr 5.- \u20ac Cappuccino trinken. Ein Apple Notebook vor sich haben und mit dem passenden Cellphone spielen. \u00dcbrigens, die jungen Damen hier tragen \u00fcberwiegend kurze R\u00f6cke und haben auffallend h\u00fcbsche Beine. Manchmal mit Schuhen die 10 cm hohe Abs\u00e4tze haben und die Kunst beherrschen, damit zu gehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070909.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2342\" title=\"P1070909\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070909-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070909-300x168.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070909.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Br\u00fccke ist angeblich die originellste im &#8222;Venedig des Nordens&#8220; wie St. Petersburg auch genannt wird. Die Bankbr\u00fccke ist eine mit Stahlseilen verspannte Br\u00fccke. Die Stahlseile kommen L\u00f6wen mit goldenen Fl\u00fcgeln aus dem Maul.<br \/>\nViele Wasserstra\u00dfen durchziehen St. Peterburg und die Newa ist ein gewaltiger Fluss mit vielen Nebenarmen. Bei starkem Westwind kann der Pegel des Flusses um \u00fcber 3 Meter steigen. Die Flut wird von der Ostsee herein getrieben. Die gr0\u00dfen Br\u00fccken in St. Petersburg sind teilweise Zugbr\u00fccken. Sie werden stundenweise \u00fcber Nacht ge\u00f6ffnet, um den gro\u00dfen Schiffen die Einfahrt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>In die Metro fuhren wir mit einer Rolltreppe fast 100 m tief in die Erde ein, bevor wir den Bahnsteig erreichten. Zur\u00fcck fuhren wir dann notgedrungen mit dem Bus, da die T\u00fcr zur Metro einfach versperrt war. Kein Hinweis, aber auch keine Hektik. Scheint hier wohl h\u00e4ufiger der Fall zu sein.<\/p>\n<p>Den Reisef\u00fchrer hatten wir im Tablett dabei. Somit war das Zurechtfinden in der Stadt absolut kein Problem. Die heutige Technik macht es uns einfach.<\/p>\n<p>Somit war es kein Problem unser WoMo wiederzufinden und wir kamen am Sp\u00e4tnachmittag dort an und empfanden die W\u00e4rme, die unser Heizl\u00fcfter abgab, als sehr angenehm. Wir haben bisher Gl\u00fcck mit dem Wetter. Es war in der Stadt teilweise sonnig und wenn es windstill war, sogar angenehm. F\u00fcr die Angabe von nur 35 Sonnentagen im Jahr hatten wir nun schon 1,5 Tage f\u00fcr uns. Ansonsten kann uns selbst der Schneefall, den einige von euch aus Moskau berichten, nicht ersch\u00fcttern. Ulan Bataar, wo es jetzt noch kalt sein sollte , hat tags\u00fcber 25\u00b0 C. Das Wetter spinnt einfach.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070913.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2343\" title=\"P1070913\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070913-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070913-300x168.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/P1070913.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>So schreibt man \u00fcbrigens Jachtklub auf Russisch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberfahrt erfolgte auf der Princess Anastasia. Die Ausreise war problemlos. Pass und Fahrzeugpapiere wurden etwas genauer kontrolliert und schon durften wir aufs Schiff. Die Kabine war zwar nur eine kleine Innenkabine, die Dusche war aber eine Wohltat. 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