{"id":2682,"date":"2015-06-28T08:01:29","date_gmt":"2015-06-28T10:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2682"},"modified":"2015-06-29T03:33:28","modified_gmt":"2015-06-29T05:33:28","slug":"wieder-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2682","title":{"rendered":"Wieder in Russland"},"content":{"rendered":"<p>Am Morgen waren wir schon fr\u00fch wach und bald abfahrbereit. Gisela und ich haben uns entschlossen, uns bei unseren neuen Nachbarn zu verabschieden und ihnen ein paar gebrauchte Kleidungsst\u00fccke zu \u00fcbergeben. Wir wurden herzlichst begr\u00fc\u00dft und sofort in die Jurte zum Tee eingeladen. Der Gr\u00fcne Tee wird mit Flusswasser aufgebr\u00fcht und mit frischer Milch versetzt. Vor dem Trinken werden dann noch ein oder zwei L\u00f6ffel saurer Jogurt einger\u00fchrt, darauf verzichteten wir jedoch. Die Kleidungsst\u00fccke wurden gern angenommen und wir konnten in aller Ruhe die Jurte und ihre Einrichtung von innen betrachten. Die<br \/>\n3 schmalen Betten mussten sich immer zwei Personen teilen. Es gab keine Abgrenzungen innerhalb der Jurte. Die Feuerstelle, ein eiserner Ofen, war in der Mitte der Jurte. Auf ihm stand der Kessel mit hei\u00dfem Wasser. Am Scherengitter, das die Jurte nach au\u00dfen umspannt, hingen die wenigen Gebrauchsutensilien der Hausfrau. Es war sehr sauber und der Boden war \u00fcberwiegend mit Teppichen bedeckt. In der Jurte war es absolut windstill und es herrschte ein angenehmes Wohngef\u00fchl. Der Eigent\u00fcmer der Jurte sa\u00df gerade beim Fr\u00fchst\u00fcck. Er arbeitet in einem holzverarbeitenden Betrieb am Ort. Seine Frau versorgt die Kinder, den Haushalt und ein paar Tiere.<br \/>\nWieder zur\u00fcck am Fahrzeug verabschiedeten wir uns von Petra und J\u00fcrgen, die ja erst am 1. Juli ausreisen d\u00fcrfen. Der Abschied fiel uns allen schwer. Wir wollen uns aber in Russland wieder treffen. Wir versprachen J\u00fcrgen, noch an der Grenze nachzufragen, ob trotz G\u00fcltigkeit des Transitvisum ab 1.7. es m\u00f6glich ist, fr\u00fcher einzureisen. Der Grenzer verneinte dies aber entschieden. Allerdings gibt es zu dieser Grenze noch etwas mehr zu berichten.<br \/>\nDie 70 km Asphaltstra\u00dfe ist in gutem Zustand. Die restlichen 30 km Holperpiste bis zur Grenze, na ja, wir sind schon schlechtere Pisten gefahren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1080996.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2686\" title=\"P1080996\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1080996.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1080996.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1080996-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die mongolische Grenze hat von 9 Uhr bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet. Allerdings war nicht klar f\u00fcr uns, welche Zeit G\u00fcltigkeit hat. Die Weltzeitzone, die mongolische Zeit von Ulan Bator oder gar die russische Zeit. Wir wussten es nicht. Nach allen verschiedenen Zeiten war 9 Uhr zwar schon \u00fcberschritten, die Schranke vor den letzten Metern der Piste war aber geschlossen. Eine nette Dame in Uniform beehrte uns und verlangte f\u00fcr die Ausreise 10- US$ Tax. Keine Ahnung f\u00fcr was auch immer, wir mussten bezahlen und erhielten eine Quittung. Ein weiterer Beamter signalisierte uns, wir m\u00fcssten warten und k\u00f6nnten ja solange schlafen. Wir waren das 6. Auto in einer Schlange vor der Absperrung. Warum auch immer, \u00bd Stunde sp\u00e4ter ging der Schlagbaum auf und wir durften nach und nach in den Innenbereich des Zollhofes fahren. Es dauerte allerdings nochmals fast 60 Minuten bis wir an die Reihe kamen. Anstehen an 2 Schaltern mit langen Wartezeiten, Fahrzeugkontrolle und alles ist OK. Nein , doch nicht, am Ausfahrtstor fehlte ein Stempel. Also zur\u00fcck, einen Stempel abholen, diesmal sogar ohne langes Warten und wir waren nach 2 Stunden au\u00dferhalb von der Mongolei. Die holprige Piste geht weiter bis zu einem Zaun, der sich quer durchs Land zieht. Von da ab dann Teerstra\u00dfe, wir waren wieder in Russland. Entlang des Zaunes immer wieder ein Wachturm, wie zu DDR Zeiten an der deutsch-deutschen Grenze. Hier kurze Passkontrolle und wir durften weiterfahren.<br \/>\nNach 20 km kam dann der russische Grenzposten. Wieder standen wir vor einem verschlossenen Tor welches den Zugang zum Innenbereich der Zollabfertigung versperrte. Vor uns etwa 10 Fahrzeuge. Drei bis vier Fahrzeuge wurden nach innen gelassen, das Tor dann wieder geschlossen. So konnten wir die notwendigen Formulare f\u00fcr uns schon ausf\u00fcllen, die waren an dem Tor zu erhalten. Ein Russe vor uns sagte dann, die machen jetzt Mittag. Tats\u00e4chlich, 70 Minuten tat sich gar nichts und dann wurde das Tor ge\u00f6ffnet und wir durften einfahren. Der nach uns musste schon wieder warten.<br \/>\nErneute Passkontrolle, das ausgef\u00fcllte Formular wurde abgestempelt und ein sehr netter junger Z\u00f6llner kontrollierte das WoMo. Er sprach sehr gut englisch und zeigte ein gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis. Als ich ihm einen M\u00fcsliriegel anbot, von dem er sehr schw\u00e4rmte meinte er jedoch bedauernd, er d\u00fcrfe nichts, aber auch gar nichts annehmen. Er gab uns auch die Info \u00fcber die Ablehnung der verfr\u00fchten Einreise mit einem Transitvisum. Danach Einfuhr des Fahrzeuges. Super dachten wir, wir hatten noch das Formular der ersten Einreise und schrieben es ab. Sollte man sich verschreiben, durchstreichen geht nicht, alles nochmal und mangels Kopierer, alles in zweifacher Ausfertigung. Wir standen fast 2 Stunden an dem Schalter an, es ging keinen Millimeter vorw\u00e4rts. Nach \u00fcber zwei Stunden kam ein Beamter in Uniform und sah sich unser Formular an. Alles falsch, Kreuzchen hier und da und \u00fcberhaupt, das erste Formular war ganz falsch. Zwar sind wir mit dem eingereist und 2 Monate gefahren aber\u2026 Arrogantes Arschloch dachten wir, sagen darf man ja nichts. Manche verstehen eben doch ein wenig deutsch. Er war eines, obwohl er uns noch bevorzugt bearbeitete. Die Einheimischen ignorierte er alle. Er wollte eben seine Macht und sein G\u00f6nnertum zeigen. Nach einer weiteren Stunde, unz\u00e4hligen Fragen und 6 ausgef\u00fcllten Formularen (4 durften wir wegschmei\u00dfen), konnten wir endlich das Ausgangstor passieren. Getr\u00f6stet wurden wir dadurch, dass zumindest zwei Personen an der Grenze uns in Russland erneut willkommen hie\u00dfen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1090004.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2689\" title=\"P1090004\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1090004-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1090004-300x168.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/P1090004.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wir fuhren die 70 km nach Kash Agatsch um als erstes einzukaufen. Es war wie im Paradies, es gab wieder alles. Wir waren \u00fcberfordert. Mit dem Notwendigsten verlie\u00dfen wir die Stadt und fuhren noch 20 km weiter. Dort fanden wir ein Ger-Camp nahe der Stra\u00dfe. Es w\u00e4re die einzige M\u00f6glichkeit innerhalb der n\u00e4chsten 100 km auf einem Campingplatz zu stehen. Der Platz ist Basic. Waschen und Wasser gibt\u2019s im Bergbach. Duschen gegen Bezahlung wie fr\u00fcher durch mischen von hei\u00dfem und kaltem Wasser in der Banja und dem gegenseitigen \u00fcbergie\u00dfen mit Sch\u00f6pfkellen. Ein netter Spa\u00df und es tat richtig gut. Ansonsten kann man hier wandern und einige kleine organisierte Ausfl\u00fcge machen. Wir blieben 3 N\u00e4chte. Die Nacht kostete 200 Rubel f\u00fcr uns beide. Die Betreiber hier sind sehr nett und hilfsbereit. Gisela hat die Zeit genutzt um die Waschmaschine zu benutzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/20150627_104741.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2688\" title=\"20150627_104741\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/20150627_104741.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/20150627_104741.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/20150627_104741-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den gestrigen Tag haben wir beide nur relaxt, fast den ganzen Tag verschlafen. Daran ist deutlich zu erkennen, wie anstrengend die vergangenen Tage waren.<br \/>\nUnser Wasservorrat war aufgebraucht und wir nutzten den Bergbach, um wieder 140 Liter aufzutanken. Morgen werden wir noch einmal zur\u00fcck fahren nach Kash Agatsch und einkaufen. Heute haben wir noch ein WhatsApp aus der Mongolei bekommen. Von den drei LKW, die wir in der Oasis in Ulan Batar getroffen haben, hatte einer einen Unfall und ist inzwischen nach Hause geflogen. Es war der LKW, welcher nur Zweiradantrieb hatte und kaum Bodenfreiheit. Dies war aber nicht der Grund. Beim Herausschleppen eines fremden Fahrzeuges brach ein Schekel und verletzte den Fahrer schwer am Bein. Pech, immer wieder h\u00f6rt man von solchen Unf\u00e4llen. Hoffe nur, dass es nicht so schlimm ist und er zu Hause die notwendige Hilfe erh\u00e4lt. Das Fahrzeug jetzt nach Hause zu bringen ist ein Problem.<br \/>\nEs ist jetzt schon das dritte Fahrzeug welches auf der Strecke blieb innerhalb unseres Reisezeitraums. Die Strecke ist nicht ohne und ist eine gro\u00dfe Herausforderung an Fahrer und Fahrzeug und es geh\u00f6rt das notwendige Gl\u00fcck dazu. Was heute noch fahrbar ist kann morgen unpassierbar sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Morgen waren wir schon fr\u00fch wach und bald abfahrbereit. Gisela und ich haben uns entschlossen, uns bei unseren neuen Nachbarn zu verabschieden und ihnen ein paar gebrauchte Kleidungsst\u00fccke zu \u00fcbergeben. 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