{"id":2692,"date":"2015-07-07T11:07:10","date_gmt":"2015-07-07T13:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2692"},"modified":"2015-07-07T11:52:40","modified_gmt":"2015-07-07T13:52:40","slug":"im-russischen-altai-in-kasachstan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2692","title":{"rendered":"Im russischen Altai \u2013 In Kasachstan"},"content":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen fuhren wir gegen 9 Uhr zur\u00fcck nach Kosh Agatsch. Dort f\u00fchrten uns die Betreiber des Campingplatzes in einer Markthalle in einen kleinen Laden, welcher Kamelhaar- und Yakhaarstr\u00fcmpfe anbot. Das Paar sollte 100 Rubel kosten. Wir als &#8222;Touristen&#8220; bezahlten zwar 130.- Rubel, dies war aber f\u00fcr uns in Ordnung. F\u00fcr 1 Paar hochwertige Str\u00fcmpfe in guter Qualit\u00e4t 2.- \u20ac!<br \/>\nNachdem wir noch Lebensmittel eingekauft hatten, verlie\u00dfen wir die Stadt. Eine Tankstelle f\u00fcr Propangas ist hier nicht zu finden. Wir hatten zwar noch keinerlei Anzeichen, dass die Flasche bald leer ist, m\u00f6chten sie aber vorsichtshalber gerne auff\u00fcllen lassen.<br \/>\nDie folgenden 3 Tage, wir warteten ja darauf dass Petra und J\u00fcrgen nachkommen, fuhren wir in knapp 50 km Etappen voran. Immer entlang an dem m\u00e4andernden Fluss, der in seinem nat\u00fcrlichen Bett flie\u00dft. Im Hintergrund die 4000er mit ihren schneebedeckten Gipfeln und Gletschern. Das Tal mal sehr breit, dann pl\u00f6tzlich sehr eng. Der Fluss, eingezw\u00e4ngt zwischen den Felsen und der Stra\u00dfe und dann wieder aufgef\u00e4chert in viele Seitenarme, fast breit wie ein See. So etwas gibt es bei uns zu Hause nicht mehr. Viele Menschen zu Hause kennen dies nur noch aus dem TV und k\u00f6nnen sich vermutlich nicht vorstellen, wie grandios und einzigartig dies in Wirklichkeit wirkt. Die letzten zwei Tage waren wie wandern mit dem WoMo f\u00fcr uns. In Deutschland w\u00e4ren wir mit dieser langsamen Fahrweise als absolutes Verkehrshindernis aufgefallen.<br \/>\nNachdem Petra und J\u00fcrgen mit ihrem Magirus nachgekommen sind und wir unser Wiedersehen geb\u00fchrend gefeiert haben, sind wir in zwei Tagesetappen weitergefahren Richtung Semey zur kasachischen Grenze. Unterwegs hatten wir nette Begegnungen mit Russen. Bei einer \u00dcbernachtung in einem kleinen Dorf brachte uns ein Bauer frische Milch und Eier vorbei, einfach so, als Gastgeschenk. Die Gastfreundschaft, die Hilfsbereitschaft und die Kommunikationsfreude der Russen erstaunen uns immer wieder und revidieren unser Bild der Russen entschieden. Die Russen, welche unangenehm auffallen in Deutschland oder in den Urlaubshochburgen sind hier die Ausnahme. Die Landschaft hier ist wieder eine fast unendliche Ebene. Sehr fruchtbar und die riesigen Felder sind mit Korn und Sonnenblumen bepflanzt.<br \/>\nUnterwegs erhielten wir dann auch unser ben\u00f6tigtes Propangas. Nach nunmehr \u00fcber 3 Monaten war die Flasche fast leer. Das Nachf\u00fcllen klappte problemlos und war mit gerade einmal 5.- \u20ac f\u00fcr unsere 11 kg Flasche sehr g\u00fcnstig.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150701_092805_\u0427\u0443\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439-\u0442\u0440\u0430\u043a\u0442.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2699\" title=\"20150701_092805_\u0427\u0443\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439 \u0442\u0440\u0430\u043a\u0442\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150701_092805_\u0427\u0443\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439-\u0442\u0440\u0430\u043a\u0442.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150701_092805_\u0427\u0443\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439-\u0442\u0440\u0430\u043a\u0442.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150701_092805_\u0427\u0443\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439-\u0442\u0440\u0430\u043a\u0442-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sch\u00f6n war es, dass wir uns an unserem gestrigen Reisetag nicht von getrennt von Petra und J\u00fcrgen haben. J\u00fcrgen wollte gerne eine andere Route fahren die etwas k\u00fcrzer ist. Gisela hatte die l\u00e4ngere Route gew\u00e4hlt, dort gibt es einige Sehensw\u00fcrdigkeiten. Und da wir glauben, dass wir diesen Teil der Welt nicht noch einmal bereisen werden, diese<\/p>\n<div id=\"attachment_2700\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_153932.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2700\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2700\" title=\"20150707_153932\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_153932-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_153932-300x168.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_153932.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2700\" class=\"wp-caption-text\">an jedem Tag ein kurzes Gewitter<\/p><\/div>\n<p>gerne sehen w\u00fcrden. J\u00fcrgen konnte sich durchringen den Umweg anzunehmen. Dadurch ist das Reisen sehr angenehm. Mit zwei Fahrzeugen zu stehen ergibt mehr Sicherheit (obwohl dies nicht f\u00fcr n\u00f6tig erscheint) und vor allem nette, unterhaltsame Abende.<br \/>\nin den letzten Tagen ist die Reise wieder auf Grund der flachen Landschaft eint\u00f6niger geworden, daf\u00fcr der Verkehr etwas dichter (lange aber noch nicht zu vergleichen mit Deutschland). Wir trauern dem Altai etwas hinterher. Es ist schon sehr sch\u00f6n dort und es ist verdammt schade, dass dieser Teil der Welt so fern von zu Hause ist.<br \/>\nAuch unser vorl\u00e4ufig letzter Tag in Russland brachte uns wieder nette Begegnungen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150704_174228.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2697\" title=\"20150704_174228\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150704_174228.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150704_174228.jpg 800w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150704_174228-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><br \/>\nWir standen an einem See und ein Ehepaar kam vorbei, gefahren von ihrem Sohn. Der Ehemann war angetrunken und die Frau, sehr beleibt, hatte das Regiment. Es war wie ein Bauerntheaterst\u00fcck und wir kugelten uns vor Lachen. Gastfreundschaft pur erlebten wir bei der Weiterfahrt. Gisela fragte in einem Dorf einen Mann nach Wasser f\u00fcr J\u00fcrgens Fahrzeug. Sofort kam das Angebot, er kann Wasser bei ihm am Brunnen fassen. Es gab aber nicht nur Wasser, wir bekamen Rettiche, Eier und Kartoffeln geschenkt, einfach so, aus Gastfreundschaft.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fuhren wir erst gegen 15 Uhr weiter und verbrachten die Nacht sehr ruhig in einem kasachischen Dorf etwa 20 km vor der Grenze. Es st\u00fcrmte und regnete in dieser Nacht und die Temperatur sank sehr rasch auf nur 9 \u00b0 C. Unterwegs kauften wir am Stra\u00dfenrand noch Pfifferlinge, das Kilo f\u00fcr 2,50 \u20ac.<\/p>\n<p>Die russische Grenze war im Gegensatz zur letzten sehr smart. Die Beamten waren sehr hilfsbereit und freundlich. Ebenso die auf der anderen Seite, die Kasachen. Innerhalb von gut einer Stunde hatten wir die Grenze passiert. Obligatorisch an allen Grenzen waren die Fragen, Kalaschnikow? und Drogen? Keiner hatte uns nach KFZ-Versicherung gefragt und da wir die schon aus Deutschland hatten, war das sehr angenehm.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe in Kasachstan nach Semey ist gut, hat zeitweise aber sehr tiefe Schlagl\u00f6cher, denen man aber bei vorausschauender Fahrweise gut ausweichen kann. Tanken in Kasachstan ist noch g\u00fcnstiger als in Russland. Der Liter Diesel kostet umgerechnet 0,45 \u20ac. In Kasachstan gibt es am ATM dann zum ersten Mal seit langem wieder &#8222;richtig&#8220; Geld. Der Automat spuckte 100000 Tenge aus, was etwa 490 \u20ac entspricht. Schitt, ich hatte mich vertan, nun haben wir fast zu viel Geld f\u00fcr dieses Land. Hier auf dieser Reise ist das Leben sehr g\u00fcnstig f\u00fcr uns. Wir leben sehr gut und mit bisher durchschnittlich 1400.- \u20ac pro Monat viel g\u00fcnstiger als zu Hause.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150706_194817.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2698\" title=\"20150706_194817\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150706_194817-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150706_194817-300x168.jpg 300w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150706_194817.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Semey selber hat uns bei der gestrigen Ankunft entt\u00e4uscht. Die Stadt wirkt sehr sozialistisch. Viele Plattenbauten, nur wenige sch\u00f6ne Geb\u00e4ude und laut. Wir haben auf dem Hof der Immigrationspolizei geschlafen und wollen heute Morgen als Erstes die Registrierung erledigen. In Kasachstan ist es noch immer erforderlich, dass man sich bei einem l\u00e4ngeren Aufenthalt als 5 Tagen registrieren lassen muss.<br \/>\nGestern Abend besuchte uns noch ein Kasache. Er sprach leider nur russisch und wir bedauerten es sehr. Aus seiner DDR-Zeit blieben nur die Worte, halt! Zur\u00fcck! Es wird geschossen!, was er, zumindest glauben wir das, sehr bedauert. Die Menschen hier sind herzensgut und solche Dinge mussten sie wohl zwanghaft durchf\u00fchren. Er redete immer von Freundschaft und zum Abschied machte er mir ein sehr sch\u00f6nes Geschenk, ein Stilett.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_084553.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2695\" title=\"20150707_084553\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_084553.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_084553.jpg 450w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/20150707_084553-168x300.jpg 168w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><br \/>\nEs war f\u00fcr ihn ein wertvolles Geschenk, welches Hochachtung und Respekt ausdr\u00fcckte. Schade, seine Einladung nach Hause hatten wir gestern abgelehnt. Es war uns zu sp\u00e4t und wir waren schon zu m\u00fcde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen fuhren wir gegen 9 Uhr zur\u00fcck nach Kosh Agatsch. Dort f\u00fchrten uns die Betreiber des Campingplatzes in einer Markthalle in einen kleinen Laden, welcher Kamelhaar- und Yakhaarstr\u00fcmpfe anbot. Das Paar sollte 100 Rubel kosten. 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