{"id":2771,"date":"2015-08-05T13:43:31","date_gmt":"2015-08-05T15:43:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2771"},"modified":"2015-08-16T16:23:10","modified_gmt":"2015-08-16T18:23:10","slug":"gehort-die-ukraine-zu-eu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/?p=2771","title":{"rendered":"Geh\u00f6rt die Ukraine zu EU?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn die Frage den Bezug zu Russland darstellt, ein klares nein. Hier ist vieles \u00e4hnlich wie in Russland. Viele Stra\u00dfen sind allerdings besser. Hier vermuten wir, dass die EU gesponsert hat. Die Hinweisschilder &#8222;Hier baut \u2026 im Auftrag der EU&#8220; sahen wir allerdings nie. Die Grenze von Russland in die Ukraine unterschied sich von den bisherigen Grenzen nur dadurch, dass vor der Grenze (beidseitig) ein etwa 10 km langer LKW-Stau war. In Richtung Russland war er sogar noch etwas l\u00e4nger. Diese stundenlange Wartezeit nervt. Obwohl wir an all den LKWs vorbeigefahren sind und vor uns nur 300 m Stau an der Grenze im PKW-Sektor war, dauerte es 3 Stunden bis wir endlich einfahren durften. Ein orthodoxer Priester fuhr mit seinem Heiligenschein und schwarzer Kutte ganz nach vorne und versuchte den Grenzer zu bezirzen. Als der Grenzer dann uns fragte ob er ihn vorlassen sollte, kam von uns ein klares njet! Der Grenzer grinste und der Gottessohn musste warten. Leider nicht allzu lange. Bei der Abfertigung war er nur einige Fahrzeuge hinter uns. Ein Gottesf\u00fcrchtiger hatte wohl Erbarmen. Super Vorbildfunktion. Jeder wartet Stunden und dann kommt so einer und h\u00e4lt alle f\u00fcr doof. Die Formalit\u00e4ten waren harmlos. Wieder die Frage nach Waffen und Rauschgift und eine nachl\u00e4ssige Kontrolle. Das kontrollieren der Privatsph\u00e4re des WoMo f\u00e4llt den Z\u00f6llnern schwer.<\/p>\n<p>Auch in der Ukraine wieder die \u00fcbliche Schlange, die \u00fcbliche Wartezeit, die \u00fcblichen Fragen und dann waren wir nach fast 5 Stunden durch. Diese Grenzen sind einfach l\u00e4stig. Allerdings hatten wir noch einige GB an Daten frei und schauten 3 Filme aus der Mediathek an.<\/p>\n<p>15 km nach der Grenze sollte ein Badesee sein hatten unsere ehemaligen Reisebegleiter geschrieben. Leider war da keiner. Nach 30 km, in einer kleinen Ortschaft abseits der Stra\u00dfe, fanden wir dann gegen 21 Uhr einen Nachtplatz. Wir verbrachten dort eine ungest\u00f6rte Nacht und am n\u00e4chsten Morgen konnten wir am Dorfweiher sogar Wasser zum Duschen sch\u00f6pfen. Direkt neben unserem WoMo w\u00e4re auch ein Brunnen gewesen. Dieses Wasser war aber entschieden zu k\u00fchl zum Duschen wie ich fand. Wenn einer jetzt an &#8222;Warmduscher&#8220; denkt, dem sag ich nur, dass er keine Ahnung hat wie k\u00fchl so ein Brunnenwasser aus 7 m Tiefe ist.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/20150726_210515.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-2788\" style=\"width: 834px; height: 510px;\" title=\"20150726_210515\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/20150726_210515.jpg\" alt=\"\" width=\"3264\" height=\"170\" \/><\/a><br \/>\nFrisch geduscht und etwas weniger muffig fuhren wir dann Richtung Kiew. Gisela hatte heute Wasser im Kopf. An einer Abbiegung stand See. Wir fuhren bis zu einer kleinen Ortschaft, mitten durch ein Maisfeld. See kam aber keiner. Beim 2.Abzweig sollte die Stra\u00dfe direkt am Fluss entlang f\u00fchren. Der Fluss war zwar aus der<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090410.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-2789\" style=\"width: 287px; height: 166px;\" title=\"P1090410\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090410-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"141\" \/><\/a> Entfernung zwei Mal sichtbar, n\u00e4her hin kamen wir aber nicht. Daf\u00fcr stehen wir nun sehr idyllisch an der Uferpromenade von Vyshgorod, etwa 30 km vor Kiew.<br \/>\nAuch hier wieder sehr liebe, gastfreundliche Menschen. Ein Security teilte am n\u00e4chsten Morgen sein Fr\u00fchst\u00fcck mit uns und brachte Aprikosen und \u00c4pfel aus seinem Garten vorbei.<\/p>\n<p>Kiew haben wir als nicht sehenswert erachtet und es nur gestreift. Wir hatten keine Informationen, au\u00dfer von Wikipedia. Urspr\u00fcnglich stand es ja nicht auf unserer Reiseroute. Erstaunlich, im ganzen Land erlebten wir nur freundliche Menschen.<br \/>\nDie Bilder, die aufgrund des B\u00fcrgerkrieges bei uns im TV ausgestrahlt werden, sind vermutlich nur sehr regional begrenzt. Wir sahen eine andere Ukraine. Modern, mit guten Stra\u00dfen und freundlichen, fr\u00f6hlich wirkenden Menschen. Die Stra\u00dfe Richtung Polen ist in einem sehr guten, autobahn\u00e4hnlichen Zustand. Es war nicht erkennbar, ob hier 130, 110 oder 90 km\/h H\u00f6chstgeschwindigkeit gilt. Die Navis zeigten verschieden an. Egal wie schnell ich fuhr, ich wurde \u00fcberholt, teilweise sogar von schweren LKWs. Die Stra\u00dfe f\u00fchrte auch meist vierspurig durch die Ortschaften. Eigentlich gilt da 60 km\/h. Mit 90 km\/h wurde ich aber noch kr\u00e4ftig \u00fcberholt. Innerhalb und au\u00dferhalb der Ortschaften gab es breite Zebrastreifen f\u00fcr die Fu\u00dfg\u00e4nger, meist an Bushaltestellen. Oft waren an ihnen Kr\u00e4nze und Kreuze angebracht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090412.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-2792\" title=\"P1090412\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090412-1024x575.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"359\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090412-1024x575.jpg 1024w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090412-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine vier- bis sechsspurige Stra\u00dfe zu \u00fcberqueren, selbst bei wenig Verkehr, mit dieser Geschwindigkeit befahren, ist lebensgef\u00e4hrlich. Radarkontrollen gab es so gut wie keine. Wie auch, wenn keiner wei\u00df wie schnell gefahren werden darf.<br \/>\nDie Ukraine war f\u00fcr uns ein Land, in dem sich der t\u00e4gliche Lebensbedarf bei guter Qualit\u00e4t sehr g\u00fcnstig(f\u00fcr uns) decken l\u00e4sst. F\u00fcr ein 400 g exzellentes Rindersteak bezahlten wir 2.- \u20ac. 2 Liter Sprite 0,70 \u20ac. Lediglich der Diesel war mit 0,78 \u20ac etwas teurer als in Russland und Kasachstan.<\/p>\n<p>Die ukrainische Grenze zu Polen (zur EU) hat mich genervt. Zuerst eine mehrere Kilometer lange PKW-Schlange. Ich fuhr an allen rechts vorbei und tats\u00e4chlich durfte ich in den Zollbereich einfahren. Warum die zweite Reihe sich so staute , keine Ahnung. Allerdings dauerte die Abwicklung dann doch zwei Stunden. Die polnische Zollbeamtin konnte nur polnisch und wir nur deutsch. Dies machte es etwas kompliziert. Dar\u00fcber hinaus war sie sehr korpulent und obwohl ich ihr extra die Leiter ins WoMo aufstellte, schaffte sie es fast nicht, rein und raus zu kommen. Naja, auch diese Grenze ist nun geschafft.<a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090414.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-2790\" title=\"P1090414\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090414-1024x575.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"359\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090414-1024x575.jpg 1024w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P1090414-300x168.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jetzt in Polen fuhren wir an der Grenze zur Ukraine entlang in Richtung S\u00fcden. Dort stehen wir nun sehr idyllisch auf einer gro\u00dfen Wiese mit wundersch\u00f6nem Ausblick in Kalwaria Pacslawska, einem Wallfahrtsort mit gro\u00dfer Kirche. Gerade ging ein M\u00f6nch vorbei in Begleitung einer Frau und Gisela war ganz hin und her gerissen als sie sah, dass er sie k\u00fcsste. Auch M\u00f6nche sind nur Menschen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P10904161.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-2793\" title=\"P1090416\" src=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P10904161-1024x547.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"341\" srcset=\"http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P10904161-1024x547.jpg 1024w, http:\/\/blog.wolfgang-strauss.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/P10904161-300x160.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie so oft, abends war die Welt noch in Ordnung. Nichts deutete auf schlechteres Wetter hin und doch war es am n\u00e4chsten Morgen k\u00fchl und regnerisch. Die Weiterfahrt entpuppte sich als t\u00fcckisch. Die Stra\u00dfe ist in den Navigationsger\u00e4ten und in der Karte eingezeichnet. Tats\u00e4chlich aber f\u00fchrte eine Fahrspur \u00fcber Wiesen hinweg und an einem schlammigen Hohlweg im Wald kehrten wir dann um. Die \u00c4ste der B\u00e4ume waren so tief \u00fcber der Fahrspur, dass wir sie h\u00e4tten abs\u00e4gen m\u00fcssen. Kein &#8222;Beinbruch&#8220;, die andere Stra\u00dfe war super gut und mit EU-Mitteln gebaut. Wir fuhren nur wenige Kilometer in den Nationalpark Biesczadzki Narodowy hinein und haben in Ustrzyki Gorne einen netten Campingplatz entdeckt. Der erste Campingplatz seit Monaten! Welch ein Luxus, hei\u00dfes Wasser mit starkem Strahl in der Dusche und eben allen Annehmlichkeiten, die ein Campingplatz so bietet. Nebenan Restaurants und Bars und nat\u00fcrlich auch viele Menschen. Mir sind sie gerade fast zu viel und ich empfinde sie anders als die Menschen, die wir unterwegs getroffen haben. Ich spreche nicht von den Polen. Die sind sehr freundlich und auf der Wanderung heute ging keiner vorbei, der nicht ein freundliches &#8222;Dien dobre&#8220; sagte. Die Touristen sind hier anders. Unterwegs war es immer selbstverst\u00e4ndlich, dass man sich kurz unterhalten hat. Hier schottet man sich ab und signalisiert &#8222;Sprich mich nicht an&#8220;!<br \/>\nGestern beim Telefonat mit unseren T\u00f6chtern hat uns eine Freundin erz\u00e4hlt, dass in Polen alles so teuer geworden sei. Es ist alles sch\u00f6n geworden empfinden wir. Die H\u00e4user sind sehr gepflegt, die Stra\u00dfe neu und ein Glas Bier kostete gestern im Ausflugsrestaurant umgerechnet 1,10 \u20ac. F\u00fcr uns also immer noch ein Schn\u00e4ppchen und das Bier ist sehr gut. Das Essen ist ebenso sehr g\u00fcnstig f\u00fcr uns. Es gibt viele Wildgerichte hier und beim Wildschwein habe ich geunkt, Tschernobyl ist um die Ecke. Tschernobyl ist gerade mal gute 100 km entfernt.<\/p>\n<p>Morgen geht es dann schon wieder aus dem Nationalpark hinaus. Wir haben unsere Route etwas ge\u00e4ndert und werden im \u00e4u\u00dfersten Norden in die Slowakei einfahren. Ist der geradere Weg und vermutlich die schnellere Verbindung Richtung Heimat.<\/p>\n<p>Die Slowakei haben wir rasch durchquert. An der Hohen Tatra vorbei \u00fcber Wien sund wir inzwischen im Bayrischen Wald angekommen. Jetzt haben wir auch wieder Internet und somit &#8222;Anschluss&#8220; an die Welt.<\/p>\n<p>Wir werden hier noch ein paar Tage relaxen und sind dann Mitte n\u00e4chster Woche wieder zu Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Frage den Bezug zu Russland darstellt, ein klares nein. Hier ist vieles \u00e4hnlich wie in Russland. Viele Stra\u00dfen sind allerdings besser. Hier vermuten wir, dass die EU gesponsert hat. 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