Bei den Ndebele

Am Chelmsford-Dam herrschte die ganze Nacht ein böig, stürmischer Sturm vor. Unser WoMo wurde ganz nett verschüttelt. Nach dem gemütlichen Frühstück, bei dem wir noch verschiedene Vögel und Antilopen vom Frühstückstisch aus beobachten konnten ging es weiter.

Heute wollten wir bis Middelburg. Die 250 km waren bestausgebaute „Tar“- Straße, die N 4. Deren Streckenverlauf führte uns durch hügeliges Bergland auf 1300- 1800 m Höhe. Hier muss ich noch erwähnen, dass wir uns bisher, außer direkt an der Küste entlang, fast ausschließlich über 1000 m Höhe bewegt haben.

Die Landschaft entlang der heutigen Strecke allerdings gab wenig Sehenswertes her. Farmland mit viel steppenartiger Fläche, unterbrochen von kleinen Seen. Ab und zu weidende Kühe. Nördlich von Ermelo dann riesige Kohleabbauflächen. Der „Ruhrpot“ von Südafrika. Viel grau und schwarz, viele Kohlehalden und noch mehr einfache Hütten von Arbeitern, einige Eisenerzanlagen. Es war also eher etwas zum Durchfahren und wir waren froh, dass wir hier nicht leben müssen.

Am Spätnachmittag kamen wir dann in Middelburg an. Hier in der Nähe, wurde im Internet, in Reiseführern das Freilichtmuseum Botshabelo als besuchenswert dargestellt.
Eine ehemalige Mission von 1850, die von zwei deutschen Missionaren aufgebaut worden war. Es gibt noch die Missionsfestung Fort Merensky und die alte Missionskirche. Die ehemalige Missionsschule wurde angeblich bis 1979 noch als Berufsschule genutzt. Gleich am Rande lockt dann noch das farbenfrohe Dorf Ndebele Village. Hier sollen noch Nachfahren des von den Buren fast vernichteten Bantu-Volkes leben. Die „Umuzi“, so nennen die Ndebele ihre Häuser stehen leer da und sind unbewohnt. Der Zustand der Häuser ist sehr gut und die Farben und Muster sind sehr gut erhalten. Die Künstlerin Mahlangu, die das Dorf mitgestaltet hat, ist international anerkannt. Von den Bewohnern allerdings keine Spur. Das Umfeld nicht gepflegt und von Steppengras überwuchert. Kühe und Pferde laufen frei herum.
Die ehemalige Mission, mit einer großen freien, ungepflegten Fläche mit der Aufschrift „Parking for Busses and other cars“ leer und verlassen. Der angrenzende Caravanplatz in desolatem Zustand. Weder am Eingang noch hier in der ehemaligen Mission eine Menschenseele zu sehen. Drei Viehhirten tauchten dann kurz auf und waren nach einem kurzen Zuwinken auch schon wieder verschwunden. Hier auf dem Gelände hausen nur noch die Hirten und das Vieh.
Dreck, Abfall und Müll liegen rum. Die Häuser zerfallen zusehends. Daneben stehen noch „Schätze“ frei herum. Alte landwirtschaftliche Geräte, die würden bei uns im Museum stehen.

 

Hier wollte ich die Nacht nicht verbringen und so fuhren wir noch knapp einen Kilometer weiter zum Fort. Auch hier nur noch die äußeren Mauern und ein Wehrturm vorhanden. Der Wehrturm, ein Abenteuer, ihn zu besteigen. Die Leiter und der Holzboden morsch und verschliessen. Trotzdem erhält man hier einen nachhaltigen Eindruck, wie das Leben vor 120 Jahren hier so gewesen sein muss.

Es war schon fast dunkel (17.30 Uhr) als wir uns entschlossen, hier die Nacht zu verbringen.

Es war unglaublich still hier. Nicht einmal der Hauch eines Lüftchens. Etwa 5 km weit weg sahen wir die Feuer eines gezielten Buschbrandes flackern. Die ganze Nacht nicht einmal der Schrei oder die Laute eines Tieres zu hören.

Heute Morgen werden wir noch die alte Kirche anschauen und dann geht es weiter nach Pilgrim´s Rest. Dort soll es etwas touristischer dann sein. Hoffentlich sind wir nicht schon zu entwöhnt.

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1 Antwort zu Bei den Ndebele

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