Auf 2200 m Höhe

Nach einer angenehmen ruhigen Nacht und einem guten Frühstück versuchten wir, so wie uns das Navi es vorgab, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zu kommen. Im Reiseführer stand, dass man für die rund 5 km fast eine Stunde Fahrzeit benötigt. Das Navi gab lediglich 15 Minuten an. So eingestimmt fuhren wir los. Es ging steil nach oben, so steil, dass ich den Geländegang einlegen musste. Der Weg war gesäumt von großen Steinen und Kiefern am Wegesrand. Die Piste ließ maximal eine Geschwindigkeit von 5 Stundenkilometern zu. Wir waren schon relativ weit oben in den Bergen, fast auf 1800 m, als ich mich dann doch zum Umkehren entschloss. Der Weg war guten Gewissens nicht mehr passierbar. Mit viel Mühe gelang es zwischen den Kiefern, dass wir das Fahrzeug wendeten. Nach über einer Stunde waren wir dann wieder zurück in Vilaflor.

Terrassenfelder mit Bimssteinbelag

Da es  gerade erst Mittag war, machten wir zuerst Lunch und entschlossen uns dann, den anderen Einstieg zur Wanderung zu suchen.

Dieser Weg machte dann einen wesentlich besseren Eindruck. Er wurde in den letzten Jahren mit großem Aufwand gerichtet, so dass ihn selbst PKWs jetzt passieren können. Wir sind 8 Kilometer den Camino de Atajo entlang gefahren, der dann im Kiefernwald  für Kraftfahrzeuge endet. Hier am Ende des Fahrweges gibt es ein sehr großes Campamento. Leider hat das Campamento Madre del Aqua im Moment wegen Corona geschlossen.

Wir fuhren also etwas zurück bis zum Einstieg unserer Wanderung zur Mondlandschaft, zur Paisaje Lunar. Es ging sehr steil nach oben und der Wanderweg war teilweise mit großen Lavasteinen bedeckt. Es war warm, die Sonne schien und wir waren beide heute etwas außer Form. Der Aufstieg strengte uns sehr an. Oben angekommen, waren wir etwas enttäuscht. Mitten im Kiefernwald liegt eine Felsengruppe, die mit ihren kleinen Pyramidentürmen und Minaretten wie eine Märchen Kulisse erscheint. So steht es zumindest im Reiseführer. Wir fanden es etwas übertrieben und die Bilder im Reiseführer waren viel schöner als die Wirklichkeit hergab. Die Wanderung ist aber trotzdem lohnenswert.

Wieder zurück bei unserem WoMo warteten wir, bis die letzten Fahrzeuge das Gebiet verlassen hatten und genossen dann hier oben, alleine im Kiefernwald, die Nacht.

Koordinaten: 28.179477,-16.592326

Es war eine wunderbar ruhige Nacht. Die Sterne waren uns so nah wie schon lange nicht mehr. Hier oben gab es Ruhe, Sterne, das Rauschen der Kiefern und keinen Telefon- oder Internetempfang.

Heute sind wir dann die restlichen 25 km bis zur Talstation des Teide gefahren. Unterwegs entlang der Straße immer wieder Aussichtspunkte mit wunderbarem Fernblick. La Gomera und La Palma lagen vor uns. Das bedeutet eine Sicht von mehr als 70 km. Unterwegs trafen wir dann noch zwei Fahrradfahrer, die uns ganz lieb nach etwas Essbarem fragten. Wir hatten leider nur wenig dabei aber ein Pack Nudeln und etwas Gemüse konnten wir ihnen abgeben. Von Meereshöhe auf 2500 m mit vollgepackten Rädern ist eine absolute Höchstleistung.

Der höchste Berg Spaniens

Einen anderen Rekord erlebten wir dann auf dem Teide. Wir haben uns entschlossen, nicht auf den Berg hoch zu fahren, weil uns das zu teuer und zu mühselig war. Die Fahrt mit der Gondel kostet 64 €. Diesen Betrag hätten wir ja noch riskiert, jedoch ist das Ganze so getaktet, dass wir nur eine Stunde hätten oben bleiben können. Das lohnt sich nicht. Lohnt sich auch deshalb nicht, weil wir in den vergangenen Stunden hier oben die Massen an Touristen an uns vorbeiziehen sahen. Ein wahnsinniger Ansturm. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass die Fahrt mit der Seilbahn auf Tag hinaus ausgebucht ist. Sie muss vorher per Internet gebucht werden.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir ein paar Kilometer zurück auf einen Parkplatz nahe dem Besucherzentrum. Heute Vormittag war dieser Platz noch mehr als voll. Gegen 16 Uhr war er immer noch gut frequentiert. Ganze Omnibuse spuckten ihre Touristen aus. Ein kommen und gehen war dies. Eine Stunde später dann, es wurde schon merklich kühler, ließ der Spuk nach.

Der Sonnenuntergang war allerdings nicht so spektakulär, wir haben schon schönere gesehen. Jetzt gegen 19 Uhr wird es allmählich stiller. Zum ersten Mal bin ich hier oben nicht so sicher, ob wir übernachten können. Parken ist erlaubt, Camping ist verboten. Wir parken ja nur!

Koordinaten: 28.223449,-16.629802

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