Ich war schreibfaul

Nun ist doch ein sehr langer Zeitraum

seit meinem letzten Eintrag vergangen. Daran merke ich, dass ich alt
geworden bin. Die Lust zum Schreiben hat nach gelassen. Ist schade,
das nachträgliche Lesen hat doch später die Erinnerung
aufgefrischt. Deshalb hab ich mich heute entschlossen, doch von
unserer weiteren Fahrt zu berichten.

Das Wetter hatte sich gehalten. Es war
zwar kühl, aber doch schien die Sonne tagsüber. Wir fuhren von
Bordeaux los nach Lourdes.

Ein wahnsinnig heiliger Ort. Der Stellplatz in Lourdes war in Ordnung und er lag nur wenige Minuten
vom Heiligtum entfernt. Wir waren sehr erstaunt von dem riesigen
Touristenangebot.

Hotel an Hotel, Souvenirshop neben Souvenirshop.
Hauptangebot waren Kanister, die man mit dem heilenden Wasser füllen
konnte. Die katholische Kirche hat schon mehrere Wunderheilungen hier
anerkannt.

Wir besuchten fünf Kirchen. In jeder, wirklich in jeder,
wurde ein Gottesdienst zelebriert. Mindestens drei Priester waren
zugegen, oft dreisprachig wurde gepredigt. Es war für uns
gespenstisch. Diese aufgesetzte Frömmigkeit stand für uns im
Widerspruch zum heutigen Weltgeschehen. Wenn jeder die Inhalte der
Bibel oder des Korans leben würde, müsste doch Frieden auf der Welt
sein.

Am nächsten Morgen verließen wir fast
fluchtartig diesen Ort. Wir fuhren Richtung Pic du Midi. Ein 2800 m
hoher Berg mit fantastischer Aussicht und mit der wichtigsten
Sternwarte Europas. Leider stellten wir fest, dass in den nächsten
vier Tagen keine Besichtigung möglich gewesen wäre und zudem über
1,5m Schnee dort oben liegt. Also nichts für uns. Auf etwa 1000m
Höhe liegt ein wunderschöner Stellplatz den wir bei herrlichem
Wetter erreichten. In der Nacht war es schon empfindlich kühl und am
nächsten Morgen regnete es leicht.

Für diesen Nachmittag war dann
auch Schnee angesagt. Unsere Bereifung war zwar noch nicht schlecht,
aber wintertauglich ist sie auch nicht mehr. Wir waren also froh,
dass wir die zwei über 1500m hohen Pässe bei Schneetreiben
bezwungen hatten und in Spanien wieder in tiefere Regionen kamen.

Hier schien wieder die Sonne.

Über mehrere Tage bummelten wir dann
nach Palamos. Ein netter Ort direkt am Mittelmeer mit einem sehr
guten Stellplatz. Hier blieben wir dann ein paar Tage.

Wäschewaschen und duschen und das Städtchen genießen. Wir nutzten die Fahrräder
und machten schöne Ausflüge in die nähere Umgebung. Allerdings ist
die Küstenstraße hier sehr bergig und wir mussten einige Höhenmeter
absolvieren.

Von hier bis zu unserer Freundin Jutta
waren es nur 80 km.

Bei Jutta genossen wir dann die
Gastfreundschaft 10 Tage lang. Das weg von allem tat uns richtig gut.
Jutta ist unkompliziert, sie lebt ihr Leben ganz normal weiter und
wir sind eben da. Das fühlt sich an, wie zu Hause.

Wir machten einige Ausflüge zusammen, hatten bei Bedarf den Zweitwagen von Jutta
zur Verfügung und fühlten uns mehr als wohl.

Zweimal besuchte uns Juttas Freundin Franziska, auch zu ihr war es ein sehr herzliches
Verhältnis und die Sprachbarriere war kein Hindernis.

Hier wechselte ich dann den Dieselfilter am Hilux aus. Die Fehlermeldung stand schon
lange auf dem Display. War gut, dass wir noch Ersatz von unserer
Afrikareise im Gepäck hatten.

Gestern fuhren wir dann an der Küste
entlang zurück nach Palamos. Das Wetter war trocken und es war
richtig angenehm warm.

Etwa 15 km vor Palamos entfernt war in
den Jahren zwischen 1950 und 2006 Radio Liberty angesiedelt. Die USA
beschalte von hier ganz Osteuropa mit der Propaganda des freien
Westens und der CIA hörte den Ostblock ab. Heute ist es im wahrsten
Sinne des Wortes ein Lost Place. Auf uns hatte dieser Ort eine
denkbar schlechte Ausstrahlung. Alles war eine zerstörte, schmutzige
Ruine.

In der Nacht regnete es dann stark.
Heute scheint die Sonne und es ist immer noch angenehm warm. Gisela
machte einen Spaziergang und kam, es ist Sonntag, mit Mandarinen von
ALDI zurück. Ich versuchte die Dachluke zu reparieren. Leider ohne
richtigen Erfolg, irgendwie tropft Wasser rein. Denke, ich bekomme
das aber in den Griff. Hier in Palamos

wollen wir Weihnachten verbringen und
uns dann am 26.12.2025 so langsam in Richtung Norden begeben.

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