In Sevilla

Heute Morgen wurden wir spät wach. Die Stunde Zeitumstellung machte sich bemerkbar. Weil Sonntag ist, gab es das obligatorische Sonntagsei. Anschließend bunkerten wir Wasser und entleerten unser Abwasser. Beides war dringend notwendig. Die Nacht war nicht ganz so ruhig wie wir es erwartet hatten, betrunkene Jugendliche feierten in der Nähe doch etwas lauter.

Wir entschieden uns, die 70 km bis Sevilla auf der Landstraße zu fahren. Viele große Felder, einige Eukalyptuswälder, viele Gewächshäuser, Olivenhaine und eine riesige Solarfarm waren entlang des Camino zu sehen. Die Solaranlage bestand aus unzähligen Spiegeln. Diese strahlten die Sonne auf hohe Türme zurück. Dies sah aus, als ob aus den Türmen das Land rundum in ein gleisendes Licht getaucht würde. Unglaublich und echt schwer zu begreifen oder gar in Worte zu fassen.

Im Nachhinein ist es dann doch erklärbar. Wiki macht es möglich! Es sind vier „Sonnenwärmekraftwerke„. Diese können nur in sehr sonnenreichen Gebieten mit direkter Einstrahlung eingesetzt werden.

Spanien erscheint uns, hier unten zumindest, ärmer und vor allem schmutziger als Portugal. Erst kurz vor Sevilla wird das Strassenbild etwas vornehmer und strahlt etwas mehr aus.

20 km vor Sevilla ist ein Stellplatz, der uns zwar gefallen hat, aber von der Zeit her war es zu früh um schon hin zu stehen. Er war zu sehr abseits. Wir fuhren die restlichen Kilometer noch bis Gelves. Hier stehen wir nun im Hafen am Guadalquivir, 5 km vor Sevilla. Ein sehr netter Stellplatz direkt im Hafen. Der Fluss ist hier etwa 70 km von seiner Mündung entfernt. Der Tidenhub beträgt annähernd 2 m. Selbst kleinere Segelschiffe können nur bei Wasserhochstand auslaufen, da der Fluss stark versandet ist.

Die Wohnmobile sind etwas kleiner geworden und dafür ist es etwas einfacher, Anschluß zu finden. Für die „Nobelcamper“ scheinen wir zu sehr Abenteurer zu sein. Sie bewundern unser Fahrzeug und ziehen sich dann schnell zurück. „So etwas wäre toll und hätten wir uns gewünscht als wir jung waren“, hören wir öfters. Oft sind diese Leute jünger als wir. Heute lernten wir einen kennen, der ist mit seinem kleinen Segelboot von Norddeutschland ganz alleine hier her gesegelt und schon seit über einem Jahr unterwegs. Dies ist doch noch eine ganze Spur extremer als im WoMo.

Der Stellplatz hier ist echt gut und mit 12 € für die Nacht nicht zu teuer.

N 37° 20″ 19.77′ W 6° 1″ 27.62′

Mit dem Omnibus geht es dann morgen nach Sevilla.

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