Bei den Zulu

Ja, so geht es. Wir haben in den letzten Tagen wieder viele Tiere beobachten können, leider aber keinen Leoparden. Irgendwann klappt es bestimmt. Ich kann mich noch an Canada erinnern, tagelang haben wir uns die Augen nach einem Grisly ausgeschaut und dann sind wir fast über ihn gestolpert.
Esist schon vermessen wenn man sich vorstellt, dass in Baden Würtemberg 100 Leoparden lebten und man sie bei Spazierenfahren einfach so sieht. Es ist in der Wildnis halt anders als im Zoo und kein Wunschprogramm.

Wir starten am 25. Morgens zum nördlichen Eingang des Hluluwe Nationalparks. Mit unserer Wildcard ist dies inzwischen eine echt gute Sache. Nach 7 Tagen in einem Nationalpark hat sie sich bereits amortisiert, da mit dieser Karte in allen staatlich verwalteten Nationalparks der Eintritt abgegolten ist.
Sollte einer von euch Südafrika besuchen, kann ich diese Karte nur empfehlen.

Der Hluluwe  Nationalpark und das Umfolozi Game Reserve wurden bereits vor 1900 als Schutzgebiet ausgewiesen und dienten dem Zulu-König als Jagdrevier. Die beiden Parks wurden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zusammengelegt und sind bis heute durch eine öffentliche Straße getrennt.

Die Tierwelt und vor allem die verschiedenen Landschaftsformen sind in diesen Parks überwältigend. Leider gibt es in beiden Parks keine Möglichkeit zum Campen und man müsste tatsächlich wieder zurück ans Meer. Übernachtungsmöglichkeiten im Park gibt es zwar in Form von Lodges, wir verzichteten aber darauf.

Als wir den Übergang vom Hluluwe zum Umfolozi erreichten,  war es schon gegen 17 Uhr und somit mussten wir dort den Park für heute verlassen.
Wir fuhren auf der Straße, die beide Parks trennt, nach Norden und erreichten nach ca. 10 km das Parkende und somit die ersten kleineren Ortschaften. Wir stellten uns nun einfach an den Straßenrand, es war inzwischen schon dunkel und schloßen unseren Sichtschutz. Zuerst machten wir uns etwas zu Essen und überlegten dann, wie es weitergehen sollte. Gise meinte, dass wir einfach stehen bleiben sollten. Der Platz wäre von der Straße zwar einsehbar, aber der Verkehr war äußerst gering und spätestens in 2 Stunden wird es keinen mehr geben. OK. Wir standen noch nicht sehr lange, da kamen die ersten „Gäste“. Wir waren natürlich die Attraktion des Abends. Mit zwei Jungs haben wir uns dann lange unterhalten und einiges, wenn auch Träumereien dabei waren, über das Leben hier auf dem Lande erfahren.
Irgendwann haben wir das Gespräch dann beendet und sind gegen 19 Uhr dann doch wieder weitergefahren. Die 10 km zurück zum Eingangstor des Parkes. Dieses war zwar dann geschlossen, wir rechneten uns aber eine gute Möglichkeit aus, davor bis morgen früh zu stehen und dann den Park erneut zu besuchen. Leider standen wir kaum 5 Minuten vor dem Tor,  als ein Ranger vorbeifuhr und ein paar Minuten später ein junger Mann da stand der uns erklärte, es ist verboten im Nationalpark zu stehen und wir sollten doch so lieb sein und die 29 km bis zur nächsten Stadt fahren und dort könnten wir ja auf einem Parkplatz stehen.
Was soll´s, wir taten es, da alle Überredungsversuche nichts geholfen haben.
So eine Nachtfahrt hat dann doch ihren ganz eigenen Charakter. Unser Licht war für die Einheimischen etwas zu grell und  manche blieben fast stehen, wenn sie uns entgegen kamen. Die Schlaglöcher bei Nacht sind auch ein Kapitel für sich. Es war ein wunderschöner Vollmond.
Heute war der wärmste Tag bisher, es hatte 31 ° C.

Wir erreichten Mtubatuba um 20.30 Uhr. Einen Campingplatz gab es auch hier nicht und somit steuerten wir das Polizeirevier an. Wir stellten uns auf den Parkplatz davor und verbrachten dort eine sehr ruhige und wie wir fanden, auch sichere  Nacht.

Am nächsten Morgen verließen wir nach dem Frühstück den Parkplatz und fuhren zuerst zum Einkaufen. Dort am Bankautomaten, den gibt es in jedem Supermarkt, holten wir auch Geld. Geld holen geht nur am Automaten und leider meist nur max. bis 1000 Rand. Ausnahme: die Automaten der FNB erlauben, max. 2000 Rand zu ziehen. Ist lästig, da tanken nur mit Bargeld geht.  Im Supermarkt kann man in der Regel dann aber mit Kreditkarte bezahlen. Man stelle sich vor,  man geht bei uns zum Bankautomat und bekommt max. 80.- € .

Nach erfolgreichem Einkauf ging es dann die 29 km zurück zum Park. Im Umfolozi verbrachten wir dann die Zeit mit der Suche nach dem Leoparden und sahen dabei Elefanten und vor allem Nashörner (für den Schutz der Rhinos sind diese beiden Parks berühmt).
Gegen 14 Uhr waren wir dann am westlichen Tor des Parks  und verließen den Park. Gisela hat heute gelesen, dass es unterwegs Richtung Durban ein Zulu-Dorf gibt,
ursprünglich  als Filmkulisse aufgebaut, kann man heute dieses Dorf besichtigen. Es untersteht der Leitung der Protea-Hotelgruppe:  das Shaka-Land.

Als wir dort ankamen, war es uns schon beiden klar, dass wieder kein Campingplatz in der Nähe ist und noch fast 100 km bis zur Küste zu fahren wären.  Bei der Frage an der Rezeption, ob wir auf dem Parkplatz stehen bleiben könnten kam, wie schon erwartet, ein freundliches, sehr bedauerndes „Nein“.

Das Dorf darf nur mit Führer besichtigt werden. Gisela tendierte schon in Anbetracht der späten Stunde, dass wir nur die als Hotel genutzten Rundhütten besichtigen und dann weiter fahren.
Die Dorfbesichtigung sollte  pro Person 200 Rand kosten. Eine Rundhütte mit Dorfbesichtigung , Kulturprogramm,  Abendessen und Frühstück kostet 1040 Rand für 2 Personen und  somit hatten wir uns dann schnell entschlossen, dieses Angebot anzunehmen.

Zulu

Unsere erste Übernachtung außerhalb unseres WoMo`s!
Es war eine Blitzentscheidung, die Führung hatte gerade angefangen und wir sollten uns der Gruppe anschließen. Die Gruppe waren zwei Spanier mit ihrem Reiseleiter.
Und zu unserer weiteren Überraschung war die Führung durchs Dorf und die anschließende Zulu-Tanzvorführung kein Nepp, es ist einfach nur für Touristen gemacht.  Die Menschen zeigten nicht mit Perfektion aber mit Begeisterung und  Können ihre Tradition.
Wir sind total begeistert und können dies nur weiterempfehlen. Vor dem Abendessen bekamen wir dann noch unsere Hütte zugewiesen. Ehrlichkeitshalber muss ich hier sagen, die Hütte sehr traditionell gebaut aber mit Steinboden, Strom, Ventilator, warmem Wasser und Flachbildfernseher. Die Zukunft ist auch hier eingezogen.

Abendessen und Frühstück waren  ausgezeichnet. Hier allerdings haben wir auf unsere bewährten Prinzipien verzichtet und alles gegessen, einschließlich Salat. Im Zulu-Dorf bei der Besichtigung gab es  eigengebrautes Bier zu trinken. War nicht so ganz unser Geschmack. Schmeckte säuerlich und vergoren.
Wie schon gesagt, sehr zu empfehlen -vor allem mit nur 4 Gästen. Wir hatten echtes Glück.

Heute Morgen ging es dann weiter. Es werden nun zwei Fahrtage auf uns zukommen, an denen wir Kilometer abspulen wollen. Außer der großartigen Landschaft gibt es auf der Strecke wenig zu sehen, was für uns interessant wäre und somit sind wir heute bis Kokstad gekommen. Richtig, hier waren wir vor fast 4 Wochen schon einmal und kreuzen unseren Hinweg. Der Tag heute war tatsächlich ein Fahrtag. Es regnete und war vom Wetter alles Andere als einladend. Da bei diesem Wetter auch die Strände von Durban keinen Reiz auf uns ausübten, waren die 430 Km kein Problem, nur der Verkehr und das Spritzwasser der Fahrzeuge machten das Ganze etwas anstrengend.

Bei strahlendem Sonnenschein und sehr böigem Wind kamen wir dann in Kokstad an. Hier stehen wir wieder auf dem wunderschönen Platz am Stausee etwa 4 km außerhalb. Diesmal stehen außer uns noch zwei Zelte hier. Hier wohnen die

Saisonarbeiter, die unterwegs sind, die Felder abzubrennen. Viele Felder werden hier noch abgebrannt, um das Wachstum zu fördern, auch im Nationalpark. Hier wird es damit begründet, dass durch die mangelnde Möglichkeit des Wildes seinen alten Wanderwegen zu folgen ansonsten eine Überweidung stattfinden würde. Das Gras soll durch die Brandrodung schneller und üppiger nachwachsen.

Diese Arbeiter tun mir heute echt leid. Wie geschrieben bei strahlendem Sonnenschein angekommen, die schwarzen Wolken am Horizont schon gesehen, die Temperatur inzwischen auf 9°C  gefallen, regnet es in Strömen, es blitzt und donnert. Gisela hat gerade rausgeschaut, ob es schon graupelt. Es fehlt nicht viel. Heute Nacht werden wir wohl heizen. Ihr merkt, kein großer Unterschied zu Deutschland im Moment nur, hier haben wir Winter.  Am Samstag soll es allerdings dann schon wieder strahlende Sonne und 20° C geben.

Dieser Beitrag wurde unter Reisebericht, Südafrika abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.