Der erste Tag

Heute war der Tag an dem ich zum ersten Mal seit fast 50 Jahren für längere Zeit alleine verreise. Gisela wird wohl am 5.12.21 nachkommen.

Bei kurzen Einkauf vor der Abfahrt traf ich noch Jürgen und Dieter beim Lidl.

Der Abschied war schon etwas schwer. Jedoch jetzt wo ich den ersten Abend verbringe fühle ich mich gut. Die Anspannung ist abgeklungen.

Habe nach der Ankunft hier gleich die Heckscheibe ausgetauscht und durch ein Brett ersetzt. Denke das hält bis Februar. Die Scheibe ging schon zu Hause kaputt.

Ich sitze hier beim letzten Sonnenschein auf dem Stellplatz in Belfort. Auch heute gibt es hier keinen Strom. Er ist kostenlos und alle Anschlüsse sind belegt.

Die Fahrt heute war staufrei und bei bestem Sonnenschein ging es sehr zügig voran. Habe allerdings mich an den LKW’s orientiert und bin schön langsam gefahren. Im Radio kam vorher, dass die Corona Lage sich zu Hause zugespitzt hat und vermutlich die nächste Warnstufe ausgerufen wird. In Österreich haben sie seit heute das 2-Modell. Es wird wieder einmal eng. In Frankreich ist es allerdings noch relativ ruhig und bisher problemlos.

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nach einer Reise ist vor einer Reise

Nachdem wir nun viel Zeit hatten zu planen und die Pandemie noch nicht vorbei ist, haben wir lange nach einer passenden Reiseidee gesucht. Priorität von meiner Seite aus ist, Sonne und Wärme. Hierbei kamen nur Spanien und Griechenland in die nähere Auswahl. Da mein Wunsch nach viel Sonne war und Sonne im Winter in Europa nur auf den Kanaren relativ sicher ist, entschlossen wir (ich) uns, nach Teneriffa überzusetzen. Dies, das war uns aber bekannt, ist nicht ganz billig. Um den Preis einigermaßen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren wurde ich Mitglied in dem spanischen Club: PLATAFORMA NACIONAL DE AUTOCARAVANAS AUTÓNOMA P.A.C.A (lapaca).  

Über lapaca kann man die Fährkosten um bis zu 30% reduzieren. War zwar für mich eine echte Herausforderung, da der Email-Verkehr  auf Spanisch erfolgte, aber was soll es, wir haben die Tickets!

Am 07. 12.2021 geht es nun auf die Insel. Bis dahin wollten wir gemütlich über Frankreich und Spanien anreisen. Wollten! Gisela war jetzt von Bedenken und Sorgen geplagt, sodass sie den Vorschlag machte: Ich solle alleine losfahren und sie würde am 05.12.2021 mit dem Flugzeug nach Sevilla nachkommen. Sie buchte am Sonntag also ihren Flug nach Sevilla und ich werde sie dort dann abholen.

Zum ersten Mal bin ich also vier Wochen lang alleine unterwegs und werde versuchen, gemütlich der Sonne entgegen zu fahren. Werde in dieser Zeit wohl den Blog nur sporadisch füllen und versuchen dieses Erlebnis zu meistern. Gisela war bisher ein Reisepartner auf den ich nur ungern verzichte. Bedenken habe ich aber, die Corona-Zahlen steigen im Moment wieder sehr stark! Hoffentlich nicht so stark, dass der Flug nach Sevilla stattfinden wird.

No risc no fun!

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Amrum, Balsam für die Seele

Dünen und Strand
Amrum
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Ihr seid meine Zukunft

Schau dir „HOME“ auf YouTube an

https://youtu.be/jqxENMKaeCU

Eine beeindruckende Dokumentation

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Ein wahrer Satz

Leider ist Reisen gerade sehr schwierig und somit sind Alternativen gefragt. Reiseerfahrungen anderer zu erfahren, mit eigenen abzugleichen ist eine Möglichkeit.

Bleibt gesund und macht das Beste daraus!

Gestern hörte ich einen Satz dem ich voll zustimmte:

„Wer jedes Risiko ausschließt, kein Risiko also eingeht, hat das größte Risiko gewählt.“

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Nur noch 80 km bis Deutschland

Heute war ein Fahrtag. Auch das Wetter war dem entsprechend. Windig und es regnete. 370 km waren angesagt und da wir Mautstraßen gemieden haben, war das ein langer Fahrtag. Mit drei Pausen waren wir gegen 17 Uhr hier auf dem Stellplatz.

N 47° 37′ 59.52″ E 7° 1′ 8.83″

Er ist richtig nett, Regen und Wind allerdings vermiesen ihn. Es ist nicht kalt, es ist aber der schlechteste Tag vom Wetter her seit Wochen. Mit zunehmender Nähe an Zuhause wird das Wetter schlechter. Also, all ihr die ihr nie den Winter im Süden verbracht habt, erzählt nichts vom guten Wetter zu Hause. Um 16 Uhr war es heute schon so dunkel, dass wir glaubten, es ist schon 18 Uhr.

Unterwegs tankten wir noch etwas Diesel nach. Mit 1,39 € war es super günstig für Frankreich. Unterwegs gab es Preise von bis zu 1,61 € pro Liter. Ebenfalls kauften wir unterwegs noch in einem Supermarkt ein. Hier waren die Preise eher etwas teurer als bei uns, allerdings das Angebot war überwältigend. So etwas kennen wir bei uns nur aus einem Center in Düsseldorf.

Morgen geht es dann die wenigen Kilometer noch nach Deutschland und dann über Engen. Wir wollen da noch eine Freundin besuchen, Richtung nach Hause. Werden dort wohl dann am Montag ankommen.

Es war ein tolles Erlebnis und vieles wird erst nach Sichtung der gemachten Bilder wieder hoch kommen. Wir haben nette Menschen kennengelernt und Freundschaften vertieft und sind dafür dankbar.

Das Ende einer Reise ist der Anfang einer Reise, in diesem Sinn:

bis April, besser

до апреля в Санкт-Петербурге

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Weiter Richtung Deutschland

Am Morgen war immer noch alles Nebel verhangen. Obwohl ich die Umgebung nicht als schön bezeichnen würde war sie gut. Wir schliefen hervorragend.

Die Fahrt ins Tal nach Millau war märchenhaft und ist nicht zu beschreiben. Bizarr, das Treiben des Nebels, das Licht und diese tiefe Schlucht. Leider war dadurch die Sicht auf die Brücke sehr eingeschränkt. Diese Brücke ist ein Bauwerk der Superlative und erspart bei der Fahrt darüber eine Stunde Fahrzeit. Nicht mehr vorstellbar, dass sich der ganze Verkehr durch das Tal bewegt.

Auf der Autobahn ging es dann weiter ehe wir uns kurz vor Chirac entschieden, die Landstrasse Richtung Mende, Saint Etienne, Lyon zu nehmen. Die Strecke verläuft fast immer auf einer Höhe von durchschnittlich 800 m. Es erinnert an die Schwäbische Alb. Schnee sahen wir dieses Mal nur in der Ferne. War gut so. Das Profil unserer Reifen ist für Schnee nur noch bedingt geeignet.

Die Rhone bei Lyon ist ein gewaltiger Fluss und nach dem er sich hier mit der Saone vereinigt, noch breiter und wasserreicher.

In Lyon zweifelte Gisela mal wieder das Navi an und ich ließ mich hinreißen, da ich die Strecke nicht genau überprüft hatte, das Navi zu ignorieren. Die später neu eingegebenen Ziele erreichten wir dann über teilweise sehr kleine Provinzsträsschen, die uns aber direkt durch die Weinstrasse des Beaujolais führten.

Nun stehen wir in Belleville-sur-Saone. Der Platz ist gut für eine Nacht und ansonsten gibt es Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Das wars dann auch.

N 46° 6′ 23.03″ E 4° 45′ 16.81″

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Abschied

Erst gegen Mittag konnten wir uns losreißen. Es war wunderschön hier und wir genossen das Bett und vor allem die Gastfreundschaft. Nach einem kurzen Aufenthalt im Supermarkt ging es über Perpignan, Narbonne, Beziers auf die mautfreie Autobahn bis Millau. Die Fahrt, unterbrochen von einer Kaffeepause, endete in La Cavelerie auf einem kleinen Bauernhof mit Käserei.

N 44°00′41.4″, E 03°09′21.0″

Gisela hat eingekauft und wir stehen nun auf dem Hof und haben gerade zu Abend gegessen. Es ist sehr ruhig draußen und der Nebel der Tarn steigt aus der Schlucht hoch und hüllt uns ein. Kein Sternenhimmel ist heute dadurch zu sehen. Morgen geht es dann durch die Schlucht wieder hoch zur Autobahn. Wir wollen diese grandiose Autobahnbrücke diesmal von unten bestaunen. Zu Hause habe ich schon mal die Heizung eingeschaltet, zumindest etwas Wärme wollen wir haben wenn wir wieder zu Hause sind.

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Unter Freunden

Am Morgen fuhren wir los. Es waren nur noch 35 km zu unseren Freunden aus Nürtingen, die im Moment in ihrem Haus in Ceret sind. Da wir gesagt hatten, dass wir gegen 14 Uhr kommen würden, hatten wir fantastisch viel Zeit, zu schauen und zu genießen. Erst die letzten 90 Minuten waren dann Arbeit, Wäsche waschen und trocknen. Dies ist aber hier im Süden kein Problem, bis zu 16 kg Wäsche in eine Maschine und in 55 Minuten ist sie sauber. In weiteren 34 Minuten dann auch schranktrocken.

Dann ging es die restlichen paar Kilometer nach Ceret. Wir freuten uns sehr darüber wie herzlich wir willkommen geheißen wurden.

Da es hier in den Bergen (der höchste sichtbare hat über 2700 m) etwas kühler ist und wir schon lange kein richtiges Bett mehr hatten, nahmen wir das Angebot für das Gästezimmer gerne an. In der Zeit wo wir jetzt hier sein durften gab es viel zu erzählen und gemeinsam zu unternehmen.

Wir speisten hervorragend und lernten viele nette Ecken kennen. Wir erfuhren wieder einmal, wie klein die Welt ist. Wir besuchten in Spanien mit unseren Freunden Freunde von ihnen und stellten fest, dass diese Bekannte von Christina und Jean-Marie aus Reutlingen sind und seit mehr als 20 Jahren hier leben. Auch bei ihnen war klar, dass wir jederzeit wiederkommen können und bleiben, so lange wir wollen. Hier können wir nur voll Dankbarkeit sagen, wir sind überwältigt von so viel Gastfreundschaft. Hier bei den Beiden gibt es keinen Strom, kein Abwasser, dafür aber Ruhe und einen Sternenhimmel, der nicht schöner sein könnte. Keine Frage, es ist kein einfaches Leben, aber die Beiden machen einen sehr zufriedenen Eindruck. Zwei ganz liebe Menschen.

Obwohl wir mehrfach die Einladung, hier bei unseren Freunden zum Bleiben erhalten haben, werden wir heute nach dem Frühstück weiter ziehen Richtung Wernau. Noch 1200 km, mal sehen wie lange wir dafür benötigen.

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Schleichweg nach Frankreich

Wir fuhren heute an die Küste zurück, um auf der kleinen Küstenstraße nach Frankreich zu bummeln. Morgens spazierten wir noch durch das reizende Capmany, ein kleines Dorf mit vielen netten Bars und Restaurants. Erst gegen Mittag rissen wir uns los. Es ist merklich kühler geworden. Die Sonne scheint zwar, aber aus den schneebedeckten Bergen kommt eine kühle Brise. Das Mittelmeer hat sich wieder beruhigt und alles geht seinen normalen Gang. Bis alle Schäden behoben sind, vergeht sicherlich noch ein längere Zeit.

Die Straße führt an den Bergen entlang, immer wieder in den Tälern ein kleines Städtchen. Wohnmobile sind hier allerdings nicht ganz so willkommen. Schöne Aussichten aufs Meer von der Küstenstraße aus.

Kurz nach der Grenze, die frühere Grenzanlage steht heute noch, wird das ganze offener, weitläufiger.

Jetzt stehen wir auf einem Stellplatz bei Port Vendres. Ein netter Platz, jedoch sind hier an den Orten mit viel Tourismus die Beschreibungen meist blumiger als es unserer Wahrnehmung entspricht. Manche Bilder im Stellplatzführer sind von „Künstlern“ angefertigt.

N 42° 31′ 3.35″ E 3° 6′ 49.39″

Haben gerade einen netten Spaziergang gemacht, vorbei an alten Festungen zum Leuchtturm und auf einer netten Gedenkbank für einen verstorbenen Schotten, unsere Seelen baumeln lassen. Für den Schotten war es der schönste Ort und wir geben ihm recht.

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