Nach dem gestrigen Fiasko ließen wir es heute gemütlicher angehen.

Gisela strahlte heute schon wieder
Wir radelten erstmal die 3 km nach Worms um dort den Dom zu besichtigen. Der Kaiserdom, in seiner Größe, hat trotz seiner Schlichtheit eine gewaltige Ausstrahlung. Leider kamen wir erst kurz vor 10 Uhr am Dom an und hatten dadurch nur für wenige Minuten die Gelegenheit ihn zu besichtigen, dann begann schon der Gottesdienst. Wir schlenderten noch etwas doch Worms, frühstückten und machten uns dann auf die Weiterreise. Die ersten 10 km gingen noch linksrheinisch Richtung Süden. Dann zeigte uns das Navi an, dass wir den Rhein überqueren müssen. Die Autobahnbrücke, die hier den Rhein überquert, stammt noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und hat für Fußgänger und Radfahrer in der Mitte einen Weg. Leider ist der Aufstieg zu diesem Weg nur über ca 30 Treppenstufen machbar, sodass der Auf -und Abstieg eine schweißtreibende Arbeit für uns war.
Jetzt waren wir wieder in Baden-Württemberg!
Nachdem wir kurz vor Mannheim noch den Altrhein mit einer Fähre überqueren durften, wurden wir in Mannheim von tausenden von Radlern begrüßt.
Hier in Baden-Württemberg ist heute am Sonntag, das Projekt: „Neckar lebensnah“. Viele Straßen waren für Autos gesperrt und Tausende von Radfahrern unterwegs. Überall kleine und große Feste.
In Mannheim entlang des Neckars boten viele Vereine Attraktionen aller Art.
In Heidelberg, fast am ganzen Neckar entlang, Flohmarkt. In jedem kleinen Dorf fröhliches Beisammensein mit Musik. Das Wetter war fantastisch und es machte Spaß, heute zu radeln. Kurz vor Neckargmünd gingen wir dann direkt am Neckarufer auf einen Campingplatz.
Was uns heute beiden aufgefallen ist, wie sich die Landschaft verändert hat nachdem wir die Rheinebene verlassen haben und in den Bereich des Neckars gefahren sind. Eine völlig andere Landschaft tat sich auf. Gegenüber dem Rhein ist der Neckar ein kleines Flüßchen, das zäh und träge, aufgrund der vielen Staustufen, daher fließt.
Nun sind es nur noch zwei Tagesreisen nach Hause.

Koblenz für 2 Nächte war uns dann doch zu laut, zu teuer und zu touristisch sodass wir uns entschlossen, nach Bingen weiter zu fahren. Gepackt war in 30 Minuten und so radelten wir schon um 8.30 Uhr los. Natürlich zuerst zum Frühstücken.
Im Wettstreit mit den Schiffen, stromaufwärts, gingen wir immer als Sieger hervor. Wir waren schneller! Die Schiffe machten aber keine Pause und holten uns somit immer wieder ein und der Wettlauf begann von neuem.
Viele Ruinen, Burgen und Schlösser oberhalb des Rheins zogen vorbei. Hier kassierten die Ritter früher den Wegezoll von den Schiffen und wer nicht bezahlte, wurde beschossen.
Die Loreley, diesmal von unten, machte auf uns auch nicht mehr Eindruck als beim letzten Besuch. Die Landschaft hier allerdings ist sehr schön. Der Rhein verengt sich auf 113 m und hat dadurch fast 25 m Tiefe. Felsen am Fluss sorgten früher dafür, dass die Schifffahrt hier richtig gefährlich war. Allerdings der Mythos der Loreley ist noch gar nicht so alt. Geschaffen wurde der Mythos durch den Roman „Godwi“ von Brentano.
Den Nachmittag verbrachten wir am Rheinufer und genossen die herrliche Landschaft und sahen den vorbeifahrenden Schiffen zu.


Der Abschied fiel uns schwer, doch was mut das mut. Am Dienstag morgen fuhren wir gegen 9 Uhr los. Mit der Fähre fuhren wir auf die linke Rheinseite und hatten schon bald Düsseldorf hinter uns gelassen. Leider geht der schöne Radweg nur bis Neuss. Dort darf man sich erst einmal durchs IndustrieAreal kämpfen. Das war so nicht geplant. Da wir aber uns unterwegs entschieden haben nach Zons zu fahren und die dort sehr schöne Altstadt zu besuchen, war das die Alternative. Rechtsrheinisch wäre aber auch nicht besser gewesen.
Zons ist ein zauberhaftes altes Städtchen, eine Zollfeste, das wir ohne großen Touristenrummel besichtigen konnten. An Wochenenden ist hier sicherlich die Hölle los. Wir blieben linksrheinisch bis Köln und da es sehr gut lief, besichtigten wir noch den Kölner Dom, bevor es auf den Stadtcampingplatz ging. Die Preise für das Campen sind städtisch geworden. Bezahlten wir hier für unser Minizelt noch 18.-€, steigerte sich der Betrag bis Koblenz auf 24.-€ und das ohne Strom. Strom benötigen wir für unsere Pedeleg. Der Radweg führte uns bis in die Mitte von Köln schön am Rhein entlang.
Unterwegs wurde der Regen immer stärker. Beim ausgiebigen Frühstück war uns dies noch egal, die anschließende Stadtbesichtigung im Regencape und mit Regenhosen war schon etwas ätzend. Es waren viele Rad fahrende und auch andere Touristen in der Stadt. Die Altstadt und der Dom sind sehenswert. Auf die Ausgrabungen aus der Römerzeit haben wir verzichtet. Als gegen 13 Uhr der Regen dann aufhörte, radelten wir los. Unterwegs kam dann sogar die Sonne raus und wir entschlossen uns, nach Düsseldorf durchzufahren.

Kriemhildmühle, eine der wenigen, die in Deutschland noch mit Wind betrieben werden.
Die weitere Route führte uns linksrheinisch am Rheinufer entlang. Mal direkt am Rheindamm, ab und zu auch auf Nebenstraßen. Das Wetter hielt und der Gegenwind hielt sich in Grenzen. Vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten. Eine Eisenbahnbrücke, die vor 130 Jahren über den Rhein gebaut worden war, tat es uns dabei besonders an. Schon eine Superleistung, die damals erbracht wurde. Leider wurde die Brücke am Ende des Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Welch sinnlose Tat!

Das Management weiß leider nicht was Service heißt, selbst das Klopapier muß mitgebrachr werden. Das Lokal hatte geschlossen und wir hatten Glück, dass etwa 1 km entfernt ein Gaststätte offen hatte. Somit war das Abendessen gesichert und danach saßen wir idyllisch auf einer Bank am See vor unserem Zelt und ließen den Tag ausklingen.