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Es geht nun Richtung Osten
Wir blieben auf dem Campingplatz einen Tag länger als geplant. Es war angenehm, ein wenig Komfort zu haben und Suzdal gefiel uns. Suzdal, die Partnerstadt von Rothenburg ob der Tauber.
In Suzdal war am Wochenende Markt angesagt und der Andrang von Besuchern war enorm. Hier in Russland ist wie in vielen anderen Ländern auf der Welt nicht alles so streng
reglementiert und Vorschriften, zumindest in dieser Hinsicht, gibt es wenige. Der Aufstieg auf den Kirchturm war schon sehr abenteuerlich. Von da oben hatten wir dann einen herrlichen Ausblick und ich gebe zu, dass wir Angsthasen sind. Alles hier oben war aus verrostetem Eisen und als das Blitzen und Donnern sehr nahe kam, sind wir geflüchtet. Die Einheimischen, wir waren die einzigen Ausländer, hat das Wetter nicht beeindruckt.
Am Sonntag fuhren wir dann weiter. Nach 30 km in Vladimir haben wir uns mit frischen Lebensmitteln eingedeckt. Hier soll der beste Supermarkt Russlands sein. Diese Superlative ist stimmig. Selbst bei uns ist mir kein Markt bekannt, der solch eine Auswahl bietet. Fast im Kaufrausch deckten wir uns ein. Dies war jetzt etwas übertrieben, aber die Auswahl war wirklich fantastisch.
Von hier aus geht es dann, mit dem einen oder anderen Abstecher, stur Richtung Osten. Ich stellte mal das Navi auf unser vorläufiges Endziel Irkutsk ein. 4980 km sind es noch.
Die M 7, die Hauptverbindungsstraße, wird auch Sibirien Highway genannt. In mehr oder weniger gutem Zustand ist sie auf den ersten 400 km, die wir nun hinter uns haben meist 3-spurig. Außerhalb der Ballungsräume ist der Verkehr annehmbar und die LKWs fahren zügiger als wir. Polizeikontrollen sind zwar vor jeder größeren Stadt, wir aber bleiben bisher ohne jegliche Kontrolle. Die Verkehrsteilnehmer zeigen jedoch großen Respekt vor den Polizeibeamten. Eine Diskussion am Straßenrand haben wir bisher noch nicht erlebt.
Links und rechts der Straße große Äcker, alle in sauber bearbeitetem Zustand. Manchmal soweit das Auge reicht, manchmal unterbrochen durch ein Wäldchen aus Birken. Birken gibt es hier sehr viele. Der Boden in den Wäldern oft sehr nass, fast sumpfig.

Bei Nizhani Novgorod dann sind einige große Raffinerien sichtbar. Teilweise sehr moderne Anlagen, oftmals aber in einem sehr desolaten Zustand. In meiner Jugend sangen wir öfters das Lied, „wir saßen in Jonny´s Spelunke“.

Jetzt weiß ich wo Nizhany Novgorod und Rostov liegen und war sogar dort. In Novgorod haben wir dann mitten in der Stadt vor dem Parkhotel übernachtet. Leider war es sehr laut. Am nächsten Morgen fuhren wir am Kreml vorbei und hatten von dort oben einen prächtigen Ausblick auf die Stadt und auf die Wolga. Die Wolga wird uns die nächsten 400 km noch begleiten. Als wir am Parkplatz wieder zurück waren, fing die Polizei gerade an, diesen zu sperren. Auch hier sollten die ersten Proben zur 70-jährigen Feier anlässlich der Kriegsbeendung im 2. Weltkrieg stattfinden. Diesem Fest können wir wohl nicht ausweichen. Überall, in jeder Stadt, finden Proben statt, werden Absperrungen hergerichtet und das ganze Land ist in Festtagsstimmung. Da ich heute ein wenig schwächelte und kränkelte, stehen wir seit heute Mittag in Cheboksary an der Wolga.
Wieder mitten in der Stadt und die Festtagslaune der Menschen ist großartig. Gerade klopfte einer ans Wohnmobil und fragte, ob er mit Gisela zusammen ein Bild vom WoMo machen dürfte. Er postierte sich vor dem WoMo, nahm Gisela in den Arm und seine Frau musste das Bild machen. Die Menschen hier sind inzwischen neugieriger geworden. Unser WoMo erregt mehr Aufmerksamkeit.
Die Natur explodiert, alles grünt hier plötzlich und es hat 23° C tagsüber. Die Menschen baden schon in der Wolga und sind sommerlich gekleidet. Trotzdem sehen wir jeden Tag, versteckt an schattigen Stellen, am Straßenrand noch Schnee liegen. Für uns ist es tagsüber zwar angenehm warm, aber noch lange nicht Sommer. Unterwegs an Raststätten und Restaurants entlang der Strecke bemerken wir einen deutlichen Preiseinbruch. Zwar bleibt der Preis für Diesel nahezu gleich, der Preis für ein Mittagsmenü beträgt aber nur noch ab 2.- €. Die Größe von Russland ist ein echter Wahnsinn. Schon jetzt hier im europäischen Teil des Landes sind in Kasan zwei Amtssprachen offiziell, tatarisch und russisch. Morgen wollen wir weiter bis Kasan, Hauptstadt der seit 1990 souveränen Republik Tatarstan.
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Weites Land
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Der schönste Campingplatz auf unserer bisherigen Reise
In Suzdal an einer super Hotelanlage befindet sich der schönste Campingplatz unserer bisherigen Reise. Der Service ist sehr gut, die sanitären Anlagen modern und sauber. Der Preis: WoMo mit 2 Personen und Strom 1050 Rubel pro Tag.
Koordinaten:
N 56.431110 O 40.420834
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Moskau ist ein Muss und wir hatten Glück
Am Montagmorgen fuhren wir mit der Straßenbahn zur Metro. Dies erwies sich als etwas komplizierter als erwartet. Ein völlig anderes Bezahlsystem. Bus- und Straßenbahnlinien erschließen sich uns als Kurzbesucher nicht. Gerade mal die Abfahrtszeit ist angeschrieben. Kein Endziel, keine Zwischenhalte. Die Dame an der Rezeption sagte uns zwar, dass die Linie 25 richtig sei, an der Haltestelle erklärte man uns aber, dass auch die Linie 11 geht. Da der 11-er gerade kam, nahmen wir den. Falsche Richtung, eine Dame erklärte uns, dass wir aussteigen müssten und den 7-er nehmen. Gesagt getan und wenig später waren wir an einer Metrostation. Nicht an der, die wir ursprünglich erreichen wollten, nun war aber ersichtlich wie es weitergeht. Nur noch das Feststellen, dass Metrofahrscheine und Straßenbahnfahrscheine verschieden sind und schon ging es in das Zentrum der Metropole. Die Metro war ungeheuer laut und somit war nicht verwunderlich, viele hatten Kopfhörer auf und ließen sich berieseln. Allerdings stellten wi9r später fest, dass die ganze Stadt sehr laut ist. Vielleicht sind wir aber auch feinfühliger geworden. Im Vergleich zu Petersburg stellten wir fest, dass die Straßenbahnen und Busse einen neueren Standard hier aufweisen und nicht den Eindruck erwecken, dass sie noch aus dem 50-ziger Jahre stammen.
In der Station Ljublianca stiegen wir aus. Der erste Blick den wir dann erhaschten, war auf das ehemalige berüchtigte Gefängnis der Staatssicherheit. Über die Fußgängerzone, eine Prachtstraße, spazierten wir zum berühmten Moskauer Kaufhaus GUM. Hier sind alle Modemarken der Welt vertreten und in dem bombastischen 3-stöckigen Gebäude tummelten sich nur wenig Menschen. 10 Uhr morgens war aber auch noch sehr bald. Nur goldenes Geglitzer, nur Glamour. Allerdings in ganz Moskau, das Preisniveau wie zu Hause, z.B. ein großer Cappuccino 5.- €.
Ein paar Meter weiter, der Rote Platz. Umrahmt von alten historischen Gebäuden und der riesigen Mauer des Kreml. Die ehemalige Festung und heutiger Regierungssitz überragt alles. Der Platz alleine ist schon sehr beeindruckend. Im Vorfeld zur 1.Mai Kundgebung und zur Machtdemonstration anlässlich des 70. Jahrestages des Sieges zur Beendung des 2. Weltkrieges am 9. Mai wurde der Platz gerade vorbereitet. Wir konnten uns die Militärparade sehr gut vorstellen, die hier in Bälde erfolgen soll. Tribünen waren schon aufgebaut, Absperrungen hergerichtet, der Platz wurde geschmückt und mit Propaganda versehen. Was wir nicht wussten, pünktlich um 14 Uhr wurde das Museum am Rande des Roten Platzes geschlossen. Polizeifahrzeuge drängten die Menschen vom Platz. Polizisten sperrten den Zugang zum Platz ab. Innerhalb von 15 Minuten war der Platz geräumt und ein Polizist erklärte Gisela, dass der Platz nun zur intensiven Vorbereitung der kommenden Festlichkeiten gesperrt ist. Glück gehabt, etwas später und wir hätten den Platz nicht betreten dürfen.
Die orthodoxen Kirchen, auch hier in Moskau, im inneren so prächtig mit Gold und Gemälden verziert, dass es einem die Sprache raubt. Im Gegensatz zu vielen berühmten christlichen Kirchen, die wir aus Europa kennen, bezahlt man hier in die orthodoxen Kirchen keinen Eintritt. In den Kirchen ist Filmen und Fotografieren untersagt, was aber verständlich ist. Es sind sehr viele gläubige Menschen in der Kirche und die Ehrerbietung dieser Menschen ist sehr groß.
Am Rande der 5-spurigen Zufahrtsstraße die zum Kreml hinführt, lag auch schon das Absperrmaterial bereit. Am 9. Mai ist hier alles dicht und Militärfahrzeuge donnern auf den Kreml zu. Wir sind froh, dass wir da schon weg sind. Solche Paraden sind nicht unsere Welt. Hier in der Straße kauften wir dann noch russische Straßenkarten. Wir waren erstaunt, wie problemlos dies möglich war. In allen Reiseführern steht noch, dass Kartenmaterial selten und wenn, meistens veraltet sei. Wir erstanden zwei Straßenkarten, die einen guten Maßstab haben und aus dem Jahr 2014 datieren. Die Reiseführer sollten mal überarbeitet werden.
Moskau ist eine pulsierende Metropole, in der ihre sozialistische Vergangenheit nach und nach verschwindet.
Auf dem Campingplatz gab es dann ein kleines Problem. Natürlich war die amtliche Registration noch nicht getätigt. Das bedeutete für uns warten. Um 10 Uhr sollte alles erledigt sein. Natürlich war um 10 Uhr nichts erledigt und um 10.30 Uhr erfuhren wir, dass die Registrierung in Moskau erst ab dem 7. Tag erfolgen muss. Im Reiseführer steht ab 72 Stunden. Die russischen Behörden lieben ja Formulare und Stempel, wir können damit leider nicht dienen. Wir fuhren also los und harren der Dinge, die da noch auf uns zukommen.
Der goldene Ring, der sich nordöstlich von Moskau aus verschiedenen Städten zusammensetzt ist ein Muss. Hier liegen die Wurzeln von Väterchen Russland. Seit dem 11. Jahrhundert sind hier die russisch orthodoxe Kirche und wichtige Handelsverbindungen ansässig. Wunderschöne alte erhaltene Gebäude zeugen aus vergangenen Jahrhunderten und dem damaligen Wohlstand dieser Region.
Viele Ortschaften und Städtchen konnten sich bis heute diesen Charakter bewahren. Erst seit Ende der Sowjetunion ist diese Gegend wieder durchgängig bereisbar. Hier war in den 90ger Jahren noch teilweise Sperrgebiet. Fast alle Städte liegen an der Wolga. Diese ist hier auch in ihrem Oberlauf noch schiffbar und hat eine Breite wie wir sie nur annähernd von der Donau kennen. Die Wolga, der längste Fluss Europas mit über 3500 km.
In einem kleinen Städtchen fragten wir (Tipp kam aus einem Reiseführer) Polizisten nach der Möglichkeit zu Übernachten. Da sie keine Fremdsprache sprachen, setzten sie sich in ihr Fahrzeug und baten uns, ihnen zu folgen. Nach 700 m zeigten sie uns einen ruhigen Parkplatz vor einem Hotel und signalisierten uns, dies sei ein idealer Platz. Und so war es dann auch.
Am nächsten Tag ging es weiter dem goldenen Ring entlang. Die Mittagspause verbrachten wir am Wolgastrand bei 25° C. So warm ist es inzwischen geworden. Nach dem Mittag war dann bei mir die „Luft raus“. Kultur ist anstrengend! Wir spazierten durch Kostroma, sahen den alten Markt an und fuhren dann einen bewachten Parkplatz an, wo wir die Nacht verbrachten.
Leider eine sehr unruhige Nacht, wofür aber keiner was konnte. In der Nähe wurde nachts die Straße gerichtet und die Baumaschinen waren sehr laut. Morgens fuhren wir dann weiter die 170 km nach Suzdal. Unterwegs bot sich nichts um groß anzuhalten und trotzdem fühlten wir uns, als ob wir durch ein Freilichtmuseum fuhren. In Suzdal selbst hatten wir eine Überraschung der netten Art. Die zwei Wohnmobile aus Moskau standen auf dem Campingplatz und der Campingplatz, angegliedert an ein neues Hotel, war ist der bisher beste unserer Reise.
Am Nachmittag machten wir einen schönen Spaziergang ins Städtchen. Eine Stadt, Partnerstadt zu Pforzheim, mit 2 Klöstern, einem Kreml, sehr schönen Kirchen und vielen gut erhaltenen und schön gerichteten alten Häusern.
Es tat gut, mal wieder deutsch mit anderen Leuten zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus war Wäsche waschen angesagt. Obwohl es heute etwas geregnet hat und kälter geworden ist, hat Gisela die Hoffnung, dass die Wäsche trocknet. Unsere Reiselust wurde heute durch den Wetterbericht ein wenig gedämpft. Die Mongolei hat einen Kälteeinbruch und nachts sinken dadurch die Temperaturen auf minus 8°C. Wir wollen auch endlich mal Sommer! Aber jetzt genießen wir erst mal diesen neuen, echt gut ausgestatteten Platz hier. Wer weiß was kommt…
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Auf dem Weg nach Moskau
Als wir zum ersten Mal heute Morgen die Augen kurz öffneten war die Welt noch in Ordnung. Die Sonne blinzelte herein. Beim zweiten Öffnen der Augen sahen wir das Thermometer, es hatte 7°C. Es war ein starker Wind aufgekommen. Nun konnten wir dem Thermometer zusehen wie es nach unten ging. Als es noch 2 ° C anzeigte, fing es an zu schneien. Der nasse Schnee blieb sogar liegen. Trotz Sauwetter gingen wir auf den Bus. Innerhalb kürzester Zeit trieften wir vor Nässe. Zum Glück fuhr der Bus an der Eremitage direkt vorbei. Als wir ausstiegen hatte der Schneefall aufgehört, der Wind war geblieben. Allerdings, 2 Stunden später hatte es wieder 7° C und die Sonne schien. Absolutes Mistwetter. Da wir aber heute das Museum besichtigten, waren wir im trockenen und warmen.
Es ist phantastisch was hier an Reichtümern aus vergangenen Tagen angesammelt wurde. Das Museum erhält großzügige Zuwendungen aus den Niederlanden und von der Guggenheim-Stiftung. Der russische Staat belässt die meiste Zuwendung bei Versprechen.
Die Großzügigkeit der Anlage, die Vielfallt der Exponate, das Interieur der Räume ….. alles
eine Augenweide. Nach über 4 Stunden Besichtigung war ich richtiggehend müde und hatte, trotz der tollen Eindrücke, keine Lust mehr. Nützte aber alles nichts. Gisela war zwar ebenso müde, aber die Isaak Kathedrale musste unbedingt noch besichtigt werden. Ein absolutes Muss, so zumindest Gisela. Also pilgerten wir dort hin. Schon nach dem Durchschreiten der Pforte musste ich Gisela recht geben. Die drittgrößte Kuppelkathedrale der Welt beeindruckte durch ihre Größe, ihre Gemälde, ihre Deckenmalereien und ihre reichhaltige Vergoldung. Es ist tatsächlich ein Muss und es wäre mehr als schade gewesen, wenn wir diese Eindrücke versäumt hätten.
Solche Besichtigungstage sind anstrengend und wir waren dann beide froh als wir mit der Metro wieder am WoMo angekommen waren. Die Metro ist einfach schneller als der Bus. Mit der Metro sind es 2 Stationen zur Innenstadt, mit dem Bus fährt man fast 1 Stunde.
Morgen wollen wir diesen Platz verlassen. Den Besitzer haben wir leider nicht mehr getroffen. Gisela hat ihn deshalb noch angerufen und sich herzlich für die Gastfreundschaft bedankt. Als kleine Geste haben wir ihm eine Flasche Sekt auf den Schreibtisch gestellt. Nachdem wir ein gutes Abendessen verspeist haben sitzen wir nun im WoMo. Es wird vom heftigen Wind gerüttelt, ist aber dank unseres Heizlüfters mollig warm. Bei einem guten Glas Rotwein, den es hier auch gibt, sitzen wir gemütlich und werden heute einen Film anschauen.
Den Film haben wir angeschaut und er war sehr spannend. Leider ohne Schluss, unser neues Aufnahmegerät hat wohl zu früh abgeschalten und somit ist der „Mörder“ für uns unerkannt geblieben. Spannend war er aber doch.
Der Abschied aus St. Petersburg führte uns quer durch die Stadt. Alle Sehenswürdigkeiten waren nochmals zum Greifen nahe. Die Route führte uns über den Nevski Prospect (die Haupteinkaufsstrasse der Stadt) zur etwas außerhalb gelegenen Vertretung der Truma Gasheizung. Die einzige Vertretung in ganz Russland. Das Haus war in einem äußerst baufälligen Zustand und sah nicht nach Werkstatt oder Vertretung aus. Die Tür war verschlossen, die Zufahrt eine Erdpiste mit tiefen Löchern, daneben eine sehr baufällige Baufirma. Die andere Seite der „Werkstatt“, ein genauso baufälliger Schuppen. Dort traf Gisela einen Mann der zumindest glaubte, dass nebenan die Vertretung sein könnte und es sei ja erst kurz nach 9 Uhr morgens, die kämen bestimmt noch. Also warten war angesagt. Tatsächlich um kurz vor 10 Uhr kamen zwei Arbeiter und einer machte sich gleich über unsere Heizung her. Ich zweifelte an seinem Sachverstand, aber er ließ sich nicht beirren. Was allerdings über 4 Stunden dauerte und dazu führte, dass wir die ganze Heizung mit großem Aufwand ausgebaut haben, um dann nach Zerlegung der Heizung festzustellen, dass doch der Thermostat und die Steuerung defekt waren. Zur Ehrenrettung möchte ich sagen, dass der Monteur eine neue Steuerung probiert hatte, die aber auch defekt war. Egal, die Heizung funktioniert wieder. Der Preis wurde aus dem Internet direkt von Truma vorgegeben. Der Einbau war inklusive. Lange genug probieren und es funktioniert wieder, so mache ich es auch manchmal!
Bevor wir dann weitergefahren sind, haben wir noch getankt. 62 Cent der Liter, wir waren happy.
Es war dann schon nach 13 Uhr als wir uns auf den Weg nach Moskau machten.
Außerhalb der Stadt veränderte sich schon bald das Bild. Viele Holzhäuser und unser Freund Emil hätte als Fensterbauer viel Freude und 100 Jahre Arbeit.
Die Häuser oft in einem sehr baufälligen Zustand. Meist Holzhäuser, manchmal auch in Blockbauweise. Fast ausschließlich waren die Dörfer als Straßendörfer angelegt. Nebenstraßen gab es selten. Im Reiseführer steht, dass oftmals Radarkontrollen sind und man sich tunlichst an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten soll. Die Dame in unserem Navi mahnte sehr oft, „sie überschreiten die….“. Wir haben dann aber schon bald herausgefunden, dass die angenehmste Fahrweise ist, hinter einem LKW herzufahren. Die fahren sehr flott und kennen jedes Schlagloch. Polizisten sahen wir zwar ab und zu am Straßenrand, Polizeikontrollen waren aber relativ selten und niemals bei uns.

Am Spätnachmittag fuhren wir dann auf eine LKW-Raststätte. Dort gab es sehr saubere Toiletten und Waschräume mit Duschen. Ein super Service. Gisela hat dann für 1.-€ noch eine Waschmaschine gefüllt und eine Stunde später war die getrocknete Wäsche zurück. In der Nacht waren wir so zugeparkt, dass unser WoMo garantiert nicht hätte gestohlen werden können. Ein sehr unromantischer Platz, ich verbrachte aber dort die beste Nacht unserer bisherigen Reise.
Am Morgen löste sich dann der „Parkknäul“ allmählich auf und wir fuhren die restlichen 500 km nach Moskau. Bis zum Einzugsbereich Moskaus veränderte sich nichts entlang der Strecke. Viel Wald, viel Sumpf. Unterwegs hielten wir noch in einem kleinen Lokal und haben für knapp 6.- €, beide zusammen, zu Mittag gegessen. Auf dem Land ist es noch sehr günstig, am nächsten Tag in Moskau waren die Angebote und auch die Preise so wie bei uns zu Hause.
Es war schon sehr spät am Nachmittag als wir in Moskau ankamen. Das Navi brachte uns zuerst zu einem Campingplatz, der nicht vorhanden war. Campingplätze in Russland sind halt etwas Besonderes. Der Promobil Stellplatzführer zeigte dann einen auf, der 30 km entfernt war und ganzjährig zu benutzen ist. Die Strecke führte uns entlang des mittleren Rings quer durch die Stadt. Obwohl es Samstagabends war, mussten wir drei Staus bewältigen. Wir fühlten uns auf der 4spurigen Straße wie zu Hause im dicksten Feierabendstau. Wir kamen aber am Stellplatz an. Dort staunten wir nicht schlecht, es standen 2 MAN Geländewagen mit deutscher Zulassung auf dem Platz und ein Engländer mit seinem Wohnmobil. Die ersten Individualreisenden die wir trafen. Der Stellplatz ist für seinen Service zu teuer, man ist aber ja in Moskau. Der Service ist deutlich schlechter und nicht zu vergleichen mit dem der LKW-Raststätte. Trotz allem, der Platz ist in Ordnung. Die zwei MAN-Wohnmobile wollen ebenfalls zum Baikalsee.
Heute am Sonntag ist Ruhetag und es war lediglich ein Bummel durch den Park bis zur Metrostation angesagt. Örtliche Erkundungstour. Wir spazierten also die 4 km durch den Wald und über ein Ausstellungsgelände und waren erstaunt über die vielen Menschen und den Rummel, den wir antrafen. In den Ausstellungshallen besuchten wir eine Gartenzubehör-Ausstellung und eine Hunde-Leistungsschau.
Wir sahen Hunde, so affige und nackte Hunde, dass wir kopfschüttelnd wieder gingen. Natürlich waren auch super Hunde dabei. Die Babysachen Ausstellung, die auch noch da war, schenkten wir uns dann. Tausende von Menschen, mit dem Fahrrad, dem Roller, den Skatern und und und, bevölkerten den Park. Sonntag in Moskau eben. Kein Unterschied hier in der Stadt oder zu Hause, natürlich bis auf die Sprache und die vielen Ausländer, die um uns herum eben waren. Irgendwo auf der Welt ist eben jeder Ausländer, sagt ein schlauer Spruch.
Wir kauften noch Lebensmittel ein und schlenderten dann zurück zum WoMo, wo wir einen gemütlichen Nachmittag verbrachten.
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St. Petersburg
Die Überfahrt erfolgte auf der Princess Anastasia. Die Ausreise war problemlos. Pass und Fahrzeugpapiere wurden etwas genauer kontrolliert und schon durften wir aufs Schiff. Die Kabine war zwar nur eine kleine Innenkabine, die Dusche war aber eine Wohltat. Heißes Wasser und ein starker Strahl, dies tat richtig gut. Vom Leben an Bord hatten wir nicht viel, denn bald schon, nach einer Flasche Sekt, schliefen wir in unserer Kabine ein. Morgens, bei herrlichem klarem Wetter fuhren wir an der Küste Russlands vorbei und legten pünktlich um 9.30 Uhr an. Leider konnten wir vorher das gute Frühstück nicht genießen. Aus dem Fenster sahen wir, dass die Küste teilweise nur noch wenige Meter vom Schiff entfernt vorbei zog. Raffinerien, Kraftwerke, Häuser nur wenige Meter entfernt. War klar, wir sind schon sehr nahe an Petersburg. Die Bedienung erklärte Gisela auch noch, dass dies St. Petersburg sei. Was sie nicht dazu erwähnte, dass der Hafen entlang des Flusses noch 90 Minuten entfernt ist. Dass es bis zum Anlegen der Fähre noch fast 2 Stunden waren. Also Frühstück abgebrochen, rasch in die Kabine zum packen und dann bemerkt, dass es noch in voller Fahrt weitergeht. Blöd gelaufen. Bei der Ausfahrt waren es gerade mal 10 Fahrzeuge, die von Bord rollten. Die Abfertigung an der Grenze verlief problemlos. Dauerte zwar für uns fast 2 Stunden. Der Zoll beanstandete nichts. Die Pässe waren rasch gestempelt, nur das Fahrzeug dauerte bis alle Unterlagen mit doppelter Abschrift (Kopierer oder Durchschlagspapier waren nicht bekannt) ausgefüllt waren. Die Beamten waren sehr freundlich. Der Campingplatz war von der Anlegestelle nur 4 km entfernt und hat, im Internet gestern noch einmal nachgelesen, eine super Bewertung. Im Sommer ist es bestimmt toll hier. Jetzt ist es eben der etwas vernachlässigte Jachthafen. Die Aufräumarbeiten von der Winterpause haben gerade erst begonnen. Der Besitzer des Platzes, ein sehr netter freundlicher Kerl, bemühte sich, eine Alternative für uns zu finden. Leider ist diese 22 km außerhalb und in den Karten, da sehr neu gebaut, noch nicht eingezeichnet. Dann der entscheidende Wendepunkt. Da wir „Freunde von ihm seien und ihn besuchten“, könnten wir natürlich auch hier bleiben. Strom hätte er und in seinem „Gästehaus“, auf einem Boot, gibt es warmes Wasser und Toilette. Das ganze natürlich umsonst. Keine Frage, gerne nahmen wir sein Angebot an. Nachmittags gingen wir dann zu Fuß in die Stadt. Er gab uns ein paar Tipps und so zogen wir los. Jetzt bin ich sehr froh, dass Gisela russisch gelernt hat. Ich komme mir vor wie ein Analphabet der nicht lesen und schreiben kann. Gottseidank sind die Menschen bisher alle freundlich und hilfsbereit. Ich sprach eine Frau an nach dem Weg zur Metro. Obwohl sie kein Englisch konnte, bemühte sie sich unendlich, den Weg zu beschreiben. Gisela fragte nach einer Bank, wiederum sprach die Frau kaum englisch, sie ging mit uns aber die 5 Minuten zur nächsten Bank. Gefunden hätten wir sie alleine wohl nicht. Der ATM steht im ersten Stock, der über ein unscheinbares Treppenhaus zu erreichen ist. 5000.- Rubel war der Höchstbetrag, der ausgegeben wurde. Nachdem wir nun Geld hatten, fuhren wir mit dem Bus zur Metrostation. Dort gelang es uns relativ einfach eine SIM-Karte zu erwerben. Somit haben wir, sofern Netz vorhanden, Internetanschluss. Telefongespräche nach Deutschland sind allerdings teuer. Die Minute schlägt mit 1 € zu buche. Beim deutschen Provider würde es aber fast 3 € kosten. In Estland kostete die Minute nach Deutschland 9 Cent.
Da unsere Truma-Gasheizung ausgefallen ist, haben wir dann noch einen kleinen Heizlüfter erworben. Ohne Heizung wäre es doch empfindlich unangenehm. Wieder zurück bei „unserem Freund“ stellten wir fest, dass er mit den Aufräumarbeiten schon begonnen hat. Der ganze Platz war gefegt, das Gästehaus aufgeräumt und beheizt. Ist schon toll. Hier bemüht sich jemand ganz lieb um uns. Eine Gastfreundschaft, die bei uns so nicht mehr vorhanden ist. Im Internet, das jetzt ja funktioniert, habe ich herausgefunden, dass die russische Vertretung von Truma hier in Petersburg ist. Das gibt ja Hoffnung für ein warmes WoMo.
Gestern Abend, als wir die Toilette in „unserem Gästehaus“ aufsuchten, bekamen wir noch eine nette Einladung zum Kaffee. Im unteren Teil des Bootshauses lebt eine Wohngemeinschaft, die sich dem Musik-Theater verschrieben haben. Sie probten eine Aufführung in ihrem Wohnzimmer und wir durften unseren Kaffee schlurfen und zusehen. War ein sehr belebter Abend.
Als ich heute Morgen auf die Toilette ging, lag in dem Zimmer ein schlafender Typ. Er wachte erst auf, als ich das Zimmer verließ und rieb sich erstaunt die Augen. Ich winkte ihm zu und ich denke, er glaubte noch zu träumen. Als Gisela dann wenig später kam, war er wach und fragte zumindest, weshalb wir seine Toilette benutzten. Die Antwort, dass der Besitzer uns dies gestattet hat, verwirrte ihn. Heute Nachmittag sahen wir ihn beim aufräumen seiner Bude, vermutlich hat er einen riesigen Anschiss kassiert.
Wir waren heute in der Stadt und wissen nun nicht mehr was prunkvoller ist. Der Reichtum der arabischen Sultane, der französischen Könige, der indischen Maharadscha oder der russischen Zaren. Grandios, was die Zaren hier in Petersburg gebaut haben. Eine ursprüngliche Sumpflandschaft wurde kultiviert. Welcher unermessliche Reichtum war hier vorhanden um so etwas Grandioses zu bewirken.
Obwohl St. Petersburg im letzten Krieg über 2 Jahre belagert wurde, ist sehr viel alte, wunderschöne Bausubstanz noch vorhanden. Wir hatten heute das Pech (oder war es Glück), dass einige der Hauptsehenswürdigkeiten geschlossen waren. Dadurch bummelten wir mit dem Bus und zu Fuß durch die ganze Stadt. Im Bus hatten wir fast 2 Stunden noch eine deutschsprachige Erklärung zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten.
Auch heute erlebten wir wieder viele freundliche hilfsbereite Menschen. St. Petersburg eine Stadt aber auch voller Widersprüche. Der Nahverkehr und Taxis sehr günstig. Eine Busfahrt quer durch Petersburg kostet gerade mal 28 Rubel (50 Cent). Am Rande von Petersburg schäbige heruntergewirtschaftete Wohnsilos in Plattenbauweise. Die Bevölkerung arm. Durchschnittlicher Verdienst eines Beamten 800.- € im Monat. Auf der anderen Seite, Menschen die sehr gut gekleidet sind und im Kaffee sitzen und für 5.- € Cappuccino trinken. Ein Apple Notebook vor sich haben und mit dem passenden Cellphone spielen. Übrigens, die jungen Damen hier tragen überwiegend kurze Röcke und haben auffallend hübsche Beine. Manchmal mit Schuhen die 10 cm hohe Absätze haben und die Kunst beherrschen, damit zu gehen.
Die Brücke ist angeblich die originellste im „Venedig des Nordens“ wie St. Petersburg auch genannt wird. Die Bankbrücke ist eine mit Stahlseilen verspannte Brücke. Die Stahlseile kommen Löwen mit goldenen Flügeln aus dem Maul.
Viele Wasserstraßen durchziehen St. Peterburg und die Newa ist ein gewaltiger Fluss mit vielen Nebenarmen. Bei starkem Westwind kann der Pegel des Flusses um über 3 Meter steigen. Die Flut wird von der Ostsee herein getrieben. Die gr0ßen Brücken in St. Petersburg sind teilweise Zugbrücken. Sie werden stundenweise über Nacht geöffnet, um den großen Schiffen die Einfahrt zu ermöglichen.
In die Metro fuhren wir mit einer Rolltreppe fast 100 m tief in die Erde ein, bevor wir den Bahnsteig erreichten. Zurück fuhren wir dann notgedrungen mit dem Bus, da die Tür zur Metro einfach versperrt war. Kein Hinweis, aber auch keine Hektik. Scheint hier wohl häufiger der Fall zu sein.
Den Reiseführer hatten wir im Tablett dabei. Somit war das Zurechtfinden in der Stadt absolut kein Problem. Die heutige Technik macht es uns einfach.
Somit war es kein Problem unser WoMo wiederzufinden und wir kamen am Spätnachmittag dort an und empfanden die Wärme, die unser Heizlüfter abgab, als sehr angenehm. Wir haben bisher Glück mit dem Wetter. Es war in der Stadt teilweise sonnig und wenn es windstill war, sogar angenehm. Für die Angabe von nur 35 Sonnentagen im Jahr hatten wir nun schon 1,5 Tage für uns. Ansonsten kann uns selbst der Schneefall, den einige von euch aus Moskau berichten, nicht erschüttern. Ulan Bataar, wo es jetzt noch kalt sein sollte , hat tagsüber 25° C. Das Wetter spinnt einfach.
So schreibt man übrigens Jachtklub auf Russisch!
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Morgen verlassen wir „Europa“
Auch die Neustadt von Riga war für uns nicht der Renner! Riga ist einfach nicht „unsere“ Stadt.
Die Ausfahrt aus Riga war genau wie die Einfahrt. Graue Häuser, holprige Straßen mit viel Verkehr und schlechter Fahrweise. Am Golf von Riga fuhren wir entlang Richtung Norden. Hier, etwas außerhalb der Stadt, wurden dann die Straßen besser und die Häuser netter. Ferienregion und im Sommer „steppt hier bestimmt der Bär“.
Kurz vor der Grenze zum kleinsten Staat der baltischen Republiken wurden die Straßen wieder maroder und die ehemaligen Grenzgebäude zeigten deutlich noch den sozialistischen Stil.
In Estland sind die Straßenverhältnisse dann schlagartig in gutem Zustand, die Bausubstanzen besser und die Städte wohnlicher. In den Läden gibt es das gleiche Angebot wie bei uns. Die Preise entsprechen bei den meisten Artikeln auch unserem Niveau. Der Dieselpreis liegt bei 1,11 €.
Wie steht so schön im Reiseführer, Estland lässt sich mit dem Fahrzeug bequem in 4 bis 5 Stunden durchqueren. Wir wollten ursprünglich Estland gar nicht durchfahren, zumindest nicht so weitläufig. Da unsere Visa aber erst ab 20.4. für Russland ausgestellt sind, schlug Gisela die Fahrt nach Tallinn vor. Von dort ist es dann nur noch eine gute Tagesreise bis St. Petersburg. Allerdings war der Vorschlag von Gisela, dass wir diesen Teil der Reise mit dem Schiff unternehmen. Beim ersten Nachfragen im Fährbüro war ich doch etwas nachdenklich. 280.- €, 4 Tage Reisezeit für 400 km Seereise? Beim Weggehen sagte ich zu Gisela, irgendetwas stimmt da nicht!? Gisela kam das Ganze auch merkwürdig vor und ging zurück. Ich holte inzwischen das etwas abseits geparkte WoMo. Als Gisela ins WoMo dann einstieg, hatte sie ein Ticket für 158.- € und eine Fahrzeit von einer Nacht. Die Dame im Fährbüro hatte uns schlicht bei der ersten Anfrage eine Rundreise, mit Auto, von Tallinn über St. Petersburg, Helsinki und Stockholm nach Tallinn angeboten. Wir hätten vermutlich dumm geschaut, wenn uns dies nicht vorher aufgefallen wäre. Somit ist nun alles klar, wir fahren mit der Fähre morgen nach St. Petersburg.
Tallinn ist eine wunderbare Stadt. Die Altstadt hat viele schöne Gebäude und der historische Kern wirkt mit seinen engen Gassen mittelalterlich. Uns gefällt es hier sehr gut. Es ist ein recht internationales Publikum hier. Dies ist allerdings nicht verwunderlich. Große Kreuzfahrtschiffe, Fähren und vor allem Schnellboote aus Finnland laufen den Hafen regelmäßig an. Helsinki ist nur ca. 70 km entfernt und somit ist es für die Finnen eine Shoppingtour hier her und Alkohol ist zudem günstig zu erwerben. Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Nikolaikirche, die als sakrales Museum betrieben wird und ein darin aufgeführtes Orgelkonzert.
Leider ist es noch immer mit gerade mal 5° C sehr kalt. Heute bleiben wir im Jachthafen, wo wir einen Stellplatz bekommen haben. Der Strand hier soll wunderbar sein und wir haben vor, im Moment ohne sichtbare wärmende Sonne, einen längeren Spaziergang zu unternehmen. Morgen geht es dann vor der Abfahrt zum Einkaufen.
Wir haben hier ein ausgezeichnetes Weinlager entdeckt und wissen ja nicht, was in Russland kommt. Dann vor der Abfahrt der Fähre um 17.30 Uhr noch in die Stadt.
Gisela hadert schon sehr mit den Umständen. Das kalte Wetter, der sozialistische Tatsch und die nordische Kühlheit machen ihr zu schaffen. Es ist aber auch für mich sehr gewöhnungsbedürftig und das Gefühl des „zu Hause seins“, welches in Afrika da war, stellte sich noch nicht ein. Der Vergleich mit der Reise durch Afrika ist vermutlich noch zu sehr in unseren Köpfen.
Mit Lettland haben wir schon das vierte Land erreicht
Die Zeit verfliegt und wir sind schon weit in Litauen. Wir haben unseren Nobelcampingplatz in Warschau verlassen. Nobel war hier leider auch der Preis, mit 31.- € für die Nacht war er für polnische Verhältnisse sehr teuer. Wir sind in Richtung Norden gefahren nach Reszel. Hier steht etwas außerhalb eine der schönsten Wallfahrtskirchen Polens.
Polen mit seinen Kirchen und Friedhöfen ist schon eine Wucht. Die Friedhöfe sind übersät mit einem bunten Blumenmeer. Selbst wenn man feststellt, dass der größte Teil der Blumen künstlich ist, ist es eine Pracht für das Auge. In Rezsel selber steht eine wunderschöne alte Kirche. Wir konnten darin den Schluss einer Messe erleben und dies war schon grandios und erinnerte mich an meine Jugend. Vieles auf lateinisch, der Rest polnisch, die innig gläubigen Menschen und das altertümliche grandiose Bauwerk gaben was her. Der Mesner meinte es gut mit uns, er gestattete uns, auf den über 50 m
hohen Turm der Kirche zu steigen. Über 200 sehr steile Treppen ging es vorbei am Uhrwerk und den Glocken hinauf. Dort oben wehte ein kalter stürmischer Wind, der uns fast herunter geblasen hätte. Wir hatten aber eine fantastische Aussicht von da oben. Es hat seine Vorteile wenn man außerhalb der Saison reist. Nicht nur am Glockenturm, auch bei den meisten Parkplätzen und Eintritten wurde noch nicht kassiert. Die Unsitte, auch in Kirchen Eintritt zu verlangen, hat hier in Polen noch keinen Einzug gehalten. Wir machten dann am Nachmittag noch einen Abstecher zur 10 km entfernten Wallfahrtskirche von Swieta Lipka. Auch hier waren kaum Besucher da. Wir hatten diese große wunderschöne Kirche fast für uns alleine.
Übernachtet haben wir dann in Rezsel mitten in der Stadt auf dem Parkplatz der alten Burg, die zu einem kleinen Hotel umgebaut wurde. Wir hatten eine sehr ruhige Nacht. Spätestens mit Einbruch der Dunkelheit werden hier die „Gehwege nach oben geklappt“.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter zur Wolfsschanze. Ein unheimlicher Ort. Die alte Bunkerstadt aus dem letzten Weltkrieg ist durch die deutsche Wehrmacht beim Verlassen des Areals 1945 gesprengt worden. Die russische Armee sollte keine intakten Anlagen mehr vorfinden. Die Mauern der Bunker waren über 3 Meter dick und mit viel Stahl armiert. Durch die Sprengungen wurden zwar die Anlagen zerstört, die Überreste sind aber noch begehbar und die Natur hat die Tarnung erhalten. Das Ganze wirkt gespensterhaft und hatte eine sehr nachhaltige Wirkung auf uns. Die Polen allerdings machen aus diesem Mahnmal eine kleine Unterhaltungsshow.
In mehreren Sprachen wird geworben, dass man das Areal auch mit alten Wehrmachtsfahrzeugen erkunden kann. Vom Motorrad bis zum Panzerspähwagen, alles aus damaligen Wehrmachtsbeständen, steht alles zur Erkundung bereit. Es machte auf uns schon einen sehr peinlichen Eindruck als ein Panzerspähwagen, mit ausgeflanschtem Maschinengewehr an uns vorbei fuhr. Besetzt mit dem polnischen Fahrer und vier deutschen Touristen, allesamt mit Uniformen und Helmen aus der damaligen Zeit. Lachend und jubelnd hinter dem Maschinengewehr. Ein makabrer Spaß! Schade, dass der eiskalte Regen, der heute Morgen hier niederging, in diesem Augenblick aussetzte.
Gegen Mittag fuhren wir dann weiter. Es blieb mit knapp 5° C sehr kalt, der Regen wurde aber weggeblasen. Auch hier in Nordpolen, an der Grenze zu Russland, fanden wir ein hervorragendes Straßennetz. Auch hier zeitweise mit Schallschutz und überdimensionierter Verkehrsführung.
Wir überschritten am Spätnachmittag die Grenze nach Litauen. Die Straßen hier sind gut. Der Verkehr, besonders der LKW-Verkehr nahm stark zu. Es kamen uns hunderte von Lkw´s entgegen. Der starke, sehr böige Wind versetzte bei jeder LKW-Begegnung unser Fahrzeug um einen 1/2 Meter. Das Fahren war sehr anstrengend. In Marijampole, der ersten Stadt in Litauen, fuhren wir dann eine ruhige Wohnstraße an und übernachteten dort am Straßenrand. Eingebettet zwischen den hübschen Vorgärten der angrenzenden Häuser. Auch hier hatten wir eine sehr ruhige, ungestörte Nacht.
Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach dem Frühstück weiter Richtung Riga. Als Ziel für diesen Tag setzten wir uns den 200 km entfernten “ Berg der Kreuze“ in der Nähe von Siauliu. Die Häuser hier in Litauen machen einen etwas einfacheren Eindruck als in Polen. Sie sind überwiegend in grau gehalten und kleiner. Wenn eine Familie etwas mehr Platz braucht, wird daneben einfach eine kleine „Hütte“ hingestellt. Wie früher bei uns, sind die Stallungen und Scheunen der größere Teil der Gebäude auf den Grundstücken. Die einzelnen Gehöfte und Häuser liegen oft weit auseinander. Es ist sehr flach hier und die Felder sind immens groß. „Man sieht morgens wer mittags zu Besuch kommt“! Unterwegs wurden wir dann überrascht. Eine nette, zum Restaurant umgebaute Mühle bot sich zum Mittagessen an. Für 17.- € gab es ein hervorragendes Mittagessen mit Getränken und Kaffee. Wir waren beide von der Qualität des Essens begeistert. Leider erlebten wir kurze Zeit später in Siauliu auf dem Campingplatz das Gegenteil. Der Campingplatz war sehr nett, wir wären die einzigen Gäste gewesen und der Preis sollte 18.- € betragen. Dies sind Preise von Deutschland und hier wohl für Deutsche. Wir verzichteten und fuhren weiter zu dem Berg der über hunderttausend Kreuze.
Ein wichtiges „Heiligtum“ hier in Litauen. Der Hügel ist nur 9 m hoch. Auf ihm sind aber über hunderttausend Kreuze verankert. Er gilt als Symbol der Litauer für das Streben nach Freiheit. Auch der verstorbene polnische Papst war schon hier.
Gleich neben dem Hügel hat sich ein Kloster angesiedelt. Ein sehr modernes Kloster, es wurden keine Kosten gescheut. Schön angelegt, alles Videoüberwacht, ich staune. Wir besuchten die kleine moderne Klosterkirche, von der man in absoluter Ruhe durch eine Panoramascheibe den „Berg der Kreuze“ betrachten kann. Da wir beide heute etwas Durchfall hatten, beschlossen wir, hier auf dem Parkplatz zu übernachten.
Nach einer stürmischen, regenreichen, kalten Nacht wachten wir am Morgen auf und starteten nach dem Frühstück nach Riga. Es hatte aufgehört zu regnen und nach 20 km überschritten wir die Grenze nach Lettland. In meinen Gedanken war Lettland das präsenteste Land und somit für mich auch das fortschrittlichste. Weit gefehlt und bitter enttäuscht. Die Gebäude wirken ärmlicher. Die Straßen maroder. Vieles erinnert noch an die sozialistische Vergangenheit. Die Menschen sind ärmlicher gekleidet. Der Verkehr ist gering, es gab viele Straßenbaustellen. Lettland ist das Land mit der geringsten Verkehrsdichte. Allerdings scheint es manchen Autofahrern an der Praxis zu mangeln. Gisela meinte, hier kannst du dich schon an die russische Fahrweise gewöhnen.
Die Einfahrt in Riga erinnerte mich dann doch stark an die Verhältnisse der 90 Jahre in den neuen Bundesländern. Großes, holpriges Kopfsteinpflaster mit tiefen Löchern in der Straße. Graue, verschlissene Gebäude und viele schmutzige Lücken zwischen den Gebäuden. Der Campingplatz den wir ansteuerten liegt zentral, etwa 2 km von der Altstadt entfernt. Leider hat er erst ab Mitte Mai geöffnet. Der Platz ist aber bewacht und der Security-Mitarbeiter bot uns einen bewachten Platz an. Toiletten, Wasser und Strom gibt es auch und am Nachmittag kam noch ein 2. Wohnmobil mit Italienern an. Es ist eben keine Saison!

Nach dem Mittagessen spazierten wir dann in die Altstadt von Riga. Die Stadt wirkte relativ leer auf uns. Die alten Gebäude sind schön gerichtet. Die alten Zeppelinhallen zu Markthallen umfunktioniert. In den Markthallen gibt es alles an Lebensmitteln und darüber hinaus sonstige nützliche Haushaltswaren und Kleider der einfachen Art. Dies alles zwar etwas teurer als in Litauen, aber immer noch preiswert. Essen im Restaurant allerdings ist so teuer wie bei uns zu Hause und ein großer Cappuccino kostet 5.- €. Ja, das etwas luxuriösere Leben ist hier für uns gehobene Preisklasse, für die Letten aber sehr teuer. Allerdings glaube ich, dass es doch einige Letten gibt, die sich dies locker leisten. Auffällig hier in Riga ist, dass die insgesamt etwas wenigeren Fahrzeuge doch oft der Oberklasse entsprechen. Eindeutige Aussage von mir, hier möchte ich nicht leben und kann mir auch nicht vorstellen, einen Urlaub hier zu verbringen. Vom ersten Eindruck in Lettland bin ich richtig enttäuscht.
In Lettland gilt der Euro ebenso wie in Estland. In Litauen ist im Moment gerade die Einführungsphase des Euros. Bezahlt wird in der Regel mit Euro, die Preise sind aber doppelt ausgezeichnet. Polen und Tschechien haben noch nicht auf den Euro umgestellt. Wobei die Polen beim Abrechnen mit der Kreditkarte schon den Eurobetrag eingeben wollen. Dies bringt dem Verkäufer meist einen zusätzlichen Umtauschgewinn. Es wird ein schlechter Kurs genommen.
In der Nacht hat es wieder angefangen zu stürmen. Es hat die ganze Nacht stark geregnet und es ist kalt.
Wir wollen den heutigen Tag noch in Riga verbringen und uns die Neustadt ansehen. Riga war im Jahr 2014 Kulturhauptstadt Europas. Zu diesem Anlass wurde laut Reiseführer die Infrastruktur deutlich verbessert. Vielleicht sehen wir ja heute auch außerhalb der Altstadt die Erfolge der Verbesserung.
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Wir sind in Warschau
Gemütlich verlassen wir Prag bei strahlendem Sonnenschein und lassen die Invasion der belgischen Camper auf dem Campingplatz zurück. Früher waren es Holländer die in Massen auftraten, heute kommen die Belgier dazu. Auf dem Campingplatz stand eine Armada mit 22 belgischen Campingfahrzeugen die gemeinsam hier angereist waren.
Wir hatten uns kurz nach der Anfahrt entschlossen über Trautenau nach Breslau zu fahren. In der Nähe von Trautenau lebten Giselas Großeltern. Leider hatten wir keine näheren Anhaltspunkte. Allerdings wusste Gisela, dass das Haus in dem sie lebten nicht mehr existiert und somit ließen wir einfach nur die Gegend auf uns einwirken. Seit den 90 Jahren, wo wir schon einmal hier waren, hat sich einiges verändert. Die Gegend ist nicht mehr nur grau in grau. Die Häuser sind herausgeputzt, farbenfroh und machen einen sehr gepflegten Eindruck. Wir haben hier in Tschechien den Eindruck, dass es den Menschen gut geht. Die Fahrzeuge entsprechen unserem Niveau und die Menschen sind überwiegend gut gekleidet. Die Städte machen einen gepflegten, renovierten Eindruck. Die Straßen sind in einem guten Zustand. Das Preisniveau der Lebensmittel ist etwas niedriger als bei uns in Deutschland.
Die Fahrt durch das Riesengebirge war eine Augenweide. Strahlender, blauer Himmel. Die Berge schneebedeckt und die Schneekoppe überragte alles. Es war einfach ein Glückstag, dass alles so passte.
Nach der Grenze in Polen wurde dann alles ein wenig trister und die Gehöfte erinnerten uns doch stark an das grau in grau der DDR vor 1990. Die Fahrzeuge waren etwas betagter als in Tschechien und die Häuser oft in einem sehr baufälligen Zustand. Die Menschen waren nicht mehr so gut gekleidet wie in Tschechien. Das Preisniveau der Lebensmittel ist hier ca. 20% günstiger wie in Deutschland. Der Diesel kostet 1,11 € und ist somit nur geringfügig günstiger. Benzin kostet allerdings dasselbe.
In Breslau wollte Gisela gerne den Campingplatz aufsuchen. Dies bescherte uns eine Fahrt durch die Innenstadt von Breslau. Vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, sodass wir uns eine Sightseeing Tour sparen konnten. Der Campingplatz, der einzige in Breslau, hatte allerdings bis Ende April geschlossen. In der Nähe, in einer sehr noblen Wohngegend, standen wir dann und verbrachten eine sehr ruhige Nacht. Für kurze Zeit waren wir zwar die Attraktion bei den Anwohnern, die Neugierde ließ jedoch bald nach und wir waren ungestört und standen sicher.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Warschau. Fast 300 km auf autobahnähnlichen Straßen. Hier haben die Polen nicht gegeizt und vermutlich die EU-Mittel vorausschauend eingesetzt. Die Straße sehr breit. Fast kein Gebäude am Rande der Autobahn, welches nicht geschützt ist von einer hohen Lärmschutzwand. Moderne, sehr breite Brücken die die Autobahn überspannen. An beiden Seiten aber nur eine Waldlichtung und kein Straßenanschluss. Jede Ausfahrt beleuchtet mit hohen Kandelabern. Die Verkehrsführungen grandios. Alles vorrausschauend gebaut. Fahrzeuge sind außerhalb der Städte nur wenige unterwegs. Die Verkehrsdichte ist sehr gering. Gisela meinte etwas sarkastisch, alle polnischen LKWs fahren wohl auf deutschen Autobahnen. Wir wurden beide etwas neidisch. Hier in Polen scheint für solche Prestigeangelegenheiten genügend Geld vorhanden zu sein.
Ihr merkt, ich bin tatsächlich neidisch.
Und wenn ihr dieses Bild seht versteht ihr auch, dass man da neidisch sein muss. Allein heute auf über 300 km solche Straßen. Das Bild ist nicht geschönt, es ist tatsächlich so.
In Warschau war dann allerdings, es war Freitagnachmittag, der Verkehr sehr dicht und wir benötigten für die letzten 20 km fast eine Stunde bis zum Campingplatz. Der Wok Camping ist ein sehr schöner idyllischer Platz mit hohem Baumbestand und viel Grün. Allerdings, selbst in der absoluten Vorsaison, kostet der Platz fast 30.- € die Nacht. Für polnische Verhältnisse alles andere als preiswert, aber sehr schön und wir sind vom Platz genauso begeistert wie unterwegs von den Straßen.
Heute waren wir in Warschau und erlebten eine Stadt der besonderen, anderen Art. Warschau wurde im Krieg zu über 90% zerstört und dann in der Nachkriegszeit wieder, nach Gemäldevorlagen, Original aufgebaut. Auf uns wirkte das „alte Warschau“, die Innenstadt wie eine Filmkulisse. Die Innenstadt, das „alte Warschau“ steht unter dem Schutz der UNESCO. Der Unterschied zu vielen anderen Städten ist sicherlich der, dass keine zerstörten Häuser einfach nur neu aufgebaut wurden, sondern dass alles nachgebaut wurde. Dadurch hat es eine ganz besondere Wirkung. Die Stadt ist sehr großzügig mit vielen freien Flächen und sehr breiten Straßen.
Samstags scheint ganz Polen hier zu flanieren. War auch ein ganz besonders frühsommerlicher Tag heute. Und die Polen scheinen wie die Norddeutschen schon etwas früher den Sommer zu empfinden. Kurze Hosen, Shirts und appetitliche Miniröcke waren bei manchen heute schon angesagt. Wir allerdings verzichteten auf unsere Jacken noch nicht.
Durch eine 2-stündige Busrundfahrt tauchten wir in die Geschichte Warschaus ein. Warschau eine Stadt zwischen Russland, Deutschland und Österreich.
Etwas zu oft wurde für mich auf die Gräueltaten in der Hitlerzeit hingewiesen und ebenso häufig auf die Gräueltaten der Russen nach 1945. Es war eine erbärmliche Zeit und man tut gut, sie als Mahnmal in Erinnerung zu behalten und trotzdem muss irgendwann Schluss sein mit den Schuldzuweisungen. Die Erinnerungen an diese Zeiten werden hier noch sehr wach gehalten.
Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier in die Geschichte so tief eintauchen und ich denke, wir werden noch etwas tiefer eintauchen. Morgen fahren wir weiter über Rössel zur ehemaligen Wolfsschanze. Die Wolfsschanze war das Hauptquartier Hitlers im Russlandfeldzug.
Auffällig für uns war heute noch wie tief gläubig und demütig viele Menschen hier in Warschau sind. Das Andenken an den polnischen Papst wird sehr hoch gehalten.
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