Unsere Strecke in Namibia bis zum 06. Sept.

Route in Namibia bis 06. Sept. 2013

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Campingplatz an der Spitzkoppe

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Hier macht ein Allradler richtig Spaß

Hier in der Umgebung von Swakopmund fuhren wir gerade auf einer Ebene und sahen dann in der Entfernung einen kleinen Hügel auf den die Straße geradezu zuführte. Ich schätzte die Entfernung auf 6 km! Der Hügel war klar und deutlich vor uns, nach 18 km waren wir dann dort! Wahnsinn, 18 km gerade Straße,  200 km ohne ein anderes Fahrzeug zu sehen!

Das ist Namibia!

 

Sand

 

 

 

 

 

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Rund um Swakopmund

Bin heute Nachmittag ein wenig erstaunt. Zwar sind die jetzigen Ziele alle relativ nahe beieinander aber wenn ich heute Nachmittag auf den Tacho schaue, sind es trotzdem jeden Tag 100 km gewesen.
Ich weiß gar nicht wie ich mit der Beschreibung anfangen soll. Schon 12 km nach Swakopmund ging es links von der C14 ab in ein Gebiet in dem man tatsächlich das Empfinden hat, man wäre auf dem Mond. Natürlich nicht von der Temperatur her, kaum 20 km weg vom Atlantik steigt das Thermometer tagsüber auf 36° C. Nachts ist es sehr angenehm und man kann abends relativ lange draußen sitzen. Wir haben immer noch Winter. Hier draußen, der Mond ist im Moment nicht sichtbar, sind die Sterne klar und hell und die Milchstraßen sind in einer Brillanz wie wir sie zu Hause nicht erleben. Es hat sich selbst hier in dieser Mondlandschaft einiges verändert. Vor 5 Jahren gab es hier schon die Rössing Uranium Mine.  Diese Mine ist die größte Mine der Welt die im Tagebau Uranerz abbaut und deckte damals schon 15 % des Weltbedarfs. Heute sind, obwohl hier alles unter Naturschutz steht, noch etliche Minen dazu gekommen. Dies fördert natürlich die Wirtschaft hier im Land, letztendlich leidet aber die Natur. Wie geht man am besten damit um? Die Vorräte sind endlich, der Abbau geht schnell voran. Zurück bleiben der radioaktiv verseuchte Abraum und das radioaktiv belastete Wasser. Nachhaltigkeit im Fortschritt des Landes scheint noch ein Fremdwort zu sein. Schade, durch diese Minen leidet der Tourismus. Die vor Jahren noch benutzbaren Wege sind teilweise gesperrt worden. Auf den Übernachtungsplätzen sieht man, wenn auch meist weit entfernt, die Minen. Natürlich sind auch die Geräusche der Abraummaschinen weit hörbar. Schade, das Gefühl weit weg zu sein von jeglicher Zivilisation ist nicht mehr vorhanden.

Trotz dem Wehklagen, lohnenswert  ist dieser Abschnitt noch immer und ich kann diesen Teil Namibias nur empfehlen. Hier gibt es noch unzählige Welwitschia Mirabilis. Eine Pflanze die nur hier wächst und deren ältestes Exemplar hier seit über 1500 Jahren gedeiht. 200 mm Wasser fallen hier im Jahr. Die Welwitschia hat ihre Wurzeln nur knapp unter dem  Sand verzweigt und ist deshalb sehr empfindsam, wenn                                                                                    man ihr zu nahe kommt.

Nachdem wir hier mitten unter diesen jahrhunderte alten Pflanzen die Nacht verbracht hatten mussten wir leider wieder auf die C 14 für die nächsten 50 km zurück. Die alte Piste ist wegen einer neuen Mine nicht mehr zu befahren. Bei der Blutkuppe wollten wir die nächste Nacht verbringen. Die Übernachtungsplätze sind schön angelegt. Inzwischen mit Toiletten mit Solarbeleuchtung und Mülltrennung mit 3 verschiedenen Mülltonnen. Gesponsert von den Minen! Leider sind  hier 5 Fahrzeuge der Minengesellschaft in etwa 1 km Entfernung sichtbar, die dort ihre Bohrer in die Erde treiben. Wir entschlossen uns, es war auch erst 12 Uhr, noch etwas weiter zu fahren  zum Archer´s Rock. Der Weg vom Archer´s Rock aus nach Norden ist leider auch nicht mehr offen, aber dafür sagen sich hier immer noch Fuchs und Hase gute Nacht. Die letzten km sind nur noch für Allradler erlaubt und man steht dann hier auf Übernachtungsplätzen, meist ganz alleine, hoch über dem Land zwischen Felsen. Der Ausblick ist grandios. Die Möglichkeit zum nahtlos braun werden ist hier gegeben.
37 ° C und kühlender Wind ergeben dabei aber die Gefahr des unbemerkten Sonnenbrandes.

In der Savanne unter uns sehen wir Zebras, Strauße, Oryx und Springböcke. Gestern sahen wir, allerdings etwas weiter weg, ein Rudel mit 5 Hyänen. Mit einem saftigen
T-Bone-Steak am offenen Feuer gegrillt und einem Glas Rotwein ließen wir den Tag ausklingen.

Auch heute Morgen wieder glaubten wir, in dieser absoluten Stille ein Motorengeräusch zu hören. Narrten uns unsere Sinne oder war es nur sehr sehr weit weg? Als ich einen lauten Schrei in die Landschaft schrie, wurde das Echo hin und hergeworfen und nach 10 bis 15 Wiederholungen wussten wir nicht mehr, ob wir es tatsächlich immer noch hörten oder ob sich unsere Sinne dies nur einbildeten. Wir fuhren weiter und wollten unsere Runde abschließen mit einer Übernachtung am Vogelfedderberg an dem wir vor gut einer Woche schon einmal gestanden hatten und wir uns die Übernachtung nicht getrauten, da wir kein Permit hatten.

Auf der Strecke bis hier her entdeckten wir sehr viele Tiere. Die Strecke war mehr als einsam. Auf den letzten gut 200 km sahen wir keinen Manschen, geschweige denn ein Fahrzeug. Es ging auf rund 800 m Höhe durch felsige und sandige Landschaft. Über Hügel hinweg und durch sandige, meist trockene Flüsse durch eine traumhafte Landschaft.

Jetzt stehen wir hier am Vogelfedder-berg, haben den Luftdruck schon auf 3,6 Atü aufgefüllt und morgen geht es dann nach einem kurzen Zwischenstopp zum Lebensmittel kaufen in Swakopmund weiter zur Spitzkoppe.

 

Habe heute den Luftdruck auch bei der Federunterstützung geprüft. Es passte. Das Fahrverhalten des WoMo ist jetzt wieder sehr gut und auch Pisten und schlechte Strecken ließen sich ohne Probleme befahren.

Erster Test bestanden!

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Afrkanische Nacht

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Zu den Südwestern nach Swakopmund

Da in dem Kommentar zu den neu eingebauten Luftkissen noch einige Bemerkungen waren, muss ich noch nachtragen, dass die Ventile zum Luft ein/ablassen in der hinteren Stoßstange integriert sind. Man kann sie also bequem erreichen. Wenn ich so den Preis von zu Hause höre, haben wir die Dinger sogar echt günstig erhalten. Der Preis ohne Einbau belief sich auf 310.- € und es ist vermutlich der- selbe Hersteller.

Zu den kurzen Filmsequenzen noch eine Bemerkung. Ich würde schon gerne öfters einen kurzen Film einstellen. Leider geht das nur selten und führt oft zu einem Abbruch der Seite. Die Datenverbindung muss darüberhinaus  sehr gut sein und auch dies ist selten.

Auf der Fahrt nach Swakopmund haben wir festgestellt, dass ein großer Teil des Landstriches nun auch unter Naturschutz gestellt wurde. Da aber die 30 km zwischen den beiden Städten ausschließlich aus Sandstrand, Straße und Dünen bestehen, bleibt noch genügend Platz  für ein gesundes Miteinander zwischen  Naturschutz, Mensch und Fun, sodass auch Dünen-fahren, Quadfahren, Reiten sowie Surfen                                                                                  und Bootfahren nicht zu kurz kommen.

In  Walvis Bay ist uns schon aufgefallen, dass ein großes Reitereignis ist.
Hier am Strand war ein größerer Menschenauflauf und wir natürlich, nachdem wir es gesehen hatten, mitten drin. Die Reiter machten heute einen 120 km Ritt durch die Dünen und hier kurz Rast. War schon beeindruckend wie die Pferde durch das Sandmeer kamen. Darüber hinaus gab es im Meer vor uns eine alte Plattform, eine frühere Schiffsanlegestelle. Auf ihr tummeln sich  hunderte von Flamingos, Pelikane und Kaptölpel. Davor im Wasser sprangen Delfine und ein Seelöwe suchte sein Futter.

Der Tag war heute sehr dunstig. Selbst gegen 11 Uhr schaffte es die Sonne noch nicht durchzubrechen. Auf der weiteren Strecke wunderten wir uns über die großen Bautätigkeiten. Es werden Feriensiedlungen aus dem Boden gestampft, direkt am Strand, mitten im Sand, die Straßen fein säuberlich asphaltiert. Der Tourismus boomt. Dies erkannten wir auch in Swakopmund. Die Stadt hat sich in den letzten 8 bzw. 5 Jahren total verändert. Es sind viele neue Gebäude dazu gekommen. Ganze Wohnsiedlungen entstanden, neue Industriegebiete und viele neue Firmen. Wir staunten nicht schlecht. Der alte Stadtkern ist geblieben, das Deutschtum auch und wir freuten uns, als wir in der Zeitung lasen, dass die Proteste in Lüderitz fruchteten. Der Name Lüderitz soll doch erhalten bleiben. Rassenübergreifend haben sich die Menschen dort dafür eingesetzt und einen Sieg davon getragen.

Amtsgericht in Swakopmund

Den Menschen, dies fällt uns hier im Besonderen auf, scheint es wesentlich besser zu gehen als vor fünf Jahren. Die wilden Verkaufsstände sind in Swakopmund verschwunden. Auch hier keine Bettler, kein Anmachen. Es ist fast wie in Esslingen, nur das Warenangebot ist besser. Dies war jetzt ein wenig sarkastisch aber nur ein wenig. Es gibt hier alles. Einrichtungshäuser wo wir auf Anhieb etwas finden würden zum Wohlfühlen. Deutsche Buchläden, deutsche Cafes und vieles mehr. Dies ist nicht Afrika und schon gar nicht Schwarz-Afrika. Nett und erholsam ist es aber allemal. Sehr viele deutsche Touristen sind hier. Einen Rotel-Bus haben wir hier gesehen und auch unsere morgige Wüstentour wird in deutscher Sprache sein.

leere, breite Straßen

Es ist gut, ein wenig heimatliche Gefühle abzubekommen. Wir sind wohl gerade Beide ein wenig angespannt. Ich hatte gestern so einen Durchhänger und wäre am liebsten zu Hause gewesen. Hätte das WoMo am Hafen gewusst und im Flugzeug gesessen. Naja, heute ist es wieder vorbei.
Als wir gestern in Swakopmund ankamen, waren wir ganz im Glück. Der Campingplatz „zur alten Brücke“ ist zwar mit 290.- NAD/Nacht nicht gerade günstig hat aber für jeden Stellplatz ein eigenes Sanitärhäuschen und einen Grillkamin. Wir waren noch happy mit unserer neuen Luftfederung und fluchten nicht schlecht, als wir die Kabine absetzten und bemerkten, dass ein Halterungsbolzen am WoMo gebrochen war. Gerade dieser Bolzen ließ sich nicht nachjustieren. Die anderen drei Bolzen gingen, dieser saß fest. Alle Kraft reichte nicht, um ihn zu bewegen. Scheiße, entweder eine Mutter anschweißen (kann ich hier nicht selber machen) oder ausbohren. Im Überlebenshandbuch der amerikanischen Armee steht, erst einmal eine Nacht darüber schlafen.
Half leider auch nichts, ging am nächsten Morgen trotzdem nicht. Ausbohren mit dem Akkuschrauber? Sehr mühsam. Wir fuhren zu einer Werkstatt. Da die erste Werkstatt eine Toyota-Werkstatt war, versuchten wir da unser Glück. Volker, der Mechaniker, schweißte eine Mutter auf die Gewindestange und mit viel Kraft konnte er die Halterung nachjustieren sodass die abgebrochene Halterung wieder angeschraubt werden konnte. Er plagte sich über eine Stunde und als ich dann fragte was es kostet, kam die Antwort, das geht auf Trinkgeld, dafür schreibt mein Chef keine Rechnung. Ich gab ihm 100.- NAD und wir waren beide zufrieden. Zum Abschied wünschte er uns eine gute Fahrt und sollte nochmal etwas sein, soll ich einfach zu ihm kommen. Am Freitag und Samstag sei allerdings Inventur, am Montag sei er wieder hier. Ein super Service! Ich kann hier nur Danke sagen, ohne Volker hätte ich dies nicht reparieren können.

Den restlichen Tag bummelten wir durch die Stadt und besichtigten das Mineralienmuseum.

 

Dieses Museum verdient die Note sehr gut und wir können es nur jedem empfehlen und mit 20.- NAD Eintritt ist es zudem noch sehr preiswert.

 

Wir waren auch bei der Naturschutzbehörde und haben uns für 4 Tage von Sonntag bis zum Donnerstag ein Permit für die Namibwüste besorgt. Die Dame war etwas verwundert, dass wir vier Tage gehen wollen. Kommentar von ihr, dies ist absolut Basic und sehr einsam. Als Gisela ihr erklärte, dass wir Bescheid wüssten strahlte sie, kassierte 600.- NAD und war zufrieden. Wir konnten es dann nicht lassen, nachzufragen was ohne Permit passieren würde? Ihre kurze Antwort, 2500.- NAD Strafe pro Person. Wir sind nicht erwischt worden bei viermaligem Übertreten des Verbotes und haben somit 20000.- NAD gespart. War nur ein Spaß!
Wenn einer jetzt sagen würde, ich hatte meinen „Einbruch“ gestern weil wieder ein Schaden am WoMo war, dann hat er recht. Gisela sagte, sie verliere so langsam das Vertrauen an das WoMo. So schlimm ist es nun doch nicht.

Fahren im Sand

Ich habe mir aber vorgenommen, doch etwas sanfter zu fahren, schließlich haben wir ja noch etliche Kilometer vor uns. Jürgen und Moni, die ihre Afrikareise gerade beendet haben, sind schon im Fahrtraining in Belgien vorsichtiger gewesen. Ich sollte mich an ihnen orientieren. Übrigens, wer solch eine Tour machen möchte und noch nicht die große Erfahrung mit Geländefahren hat, dem kann ich ein solches Training nur empfehlen. Seit Gisela dieses Fahrtraining, organisiert durch die Zeitschrift Allradler, absolviert hat, fährt sie jedes, naja, fast jedes Gelände.

Nachtragen muss ich noch, dass heute ab 9 Uhr morgens stahlender Sonnenschein war. Als wir am Nachmittag allerdings in der Stadt bummelten, kamen vom Atlantik her plötzlich Dunstschwaden herein. Es war, als ob plötzlich alles neblig würde und Wassertropfen in der Luft wären. Die Sonne kämpfte mit dem Dunst und hat für heute zumindest gesiegt. Allerdings fehlt nun der hier fast immer wehende starke Abendwind.

White Lady

Freitag morgen, pünktlich um 8 Uhr, holte uns der Landy von Desert Living Tours ab. Leider war es nichts mit der „Bespaßung“ in Deutsch. Da die Gruppe außer Gisela und mir noch vier Australier an „Bord“ hatte, waren die Erklärungen multikulturell. Die Tour war trotz des etwas hohen Preises von 600.- NAD pro Person klasse und kann von uns nur empfohlen werden. Der Guide fuhr mit uns ins nahe Naturschutzgebiet und hatte dort die Sondererlaubnis, in den Dünen zu fahren. Der Luftdruck der Reifen wurde auf 1.2 Atü gesenkt. Zuerst wurde die Entstehung der Dünen erklärt und dann übergeleitet auf  die Lebensprozesse und ihre Abhängigkeiten in der Wüste. Spinnen, Schlangen Geckos, Eidechsen und verschiedene Käfer wurden entdeckt oder vorsichtig aus dem Sand ausgegraben. Nach einem genauen Anschauen und einer Erklärung zur Lebensweise wurde das Tier dann wieder vorsichtig in seine angestammte Umgebung frei gelassen.

 

Zum Abschluss ging es dann noch quer durch die Dünen. Für mich als faszinierter Allradler war dies  natürlich ein Hochgenuss. Trotz vieler Erfahrung im Sand, bin ich selbst solche Dünen noch nie gefahren.

Gegen 13 Uhr waren wir dann wieder zurück im Camp. Nachmittags machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch Swakopmund. In einem Laden unterhielten wir uns lange mit der Besitzerin, die hier schon 1950 in die Schule gegangen ist und viel erzählte, was sich in den vergangenen Jahrzehnten alles verändert hat.

Heute waren wir dann nach einem sehr netten, langen Gespräch mit unseren Nachbarn auf dem Campingplatz in Swakopmund zum einkaufen für die nächsten 4 Tage in der Wildnis. Im Baumarkt, erhielten wir für mich überraschend, einen Auszug für unsere Gefrierbox. Der alte Auszug hatte in den letzten Wochen deutlich geschwächelt und schon einige Kugeln aus dem Lager verloren. Zuhause hatte der Auszug über 30.- € gekostet und hier gerade mal 45.- NAD. Verrückt. Verrückt auch was es hier an Material gibt. Winkelschienen, Verkleidungsprofile, Stuckleisten, alles was wir zu Hause schon mühsam gesucht hatten, gibt es hier in einer super Auswahl, echt günstig. Ich sollte das WoMo vollpacken.
Heute Nachmittag waren wir dann noch zur Fischfütterung im Ozeanaquarium. Ein sehr nettes Aquarium mit den Fischen, die hier vor der Küste sich tummeln. Keine Delfine, Haie waren aber schon dabei. Auch dies ist zu empfehlen. Der Eintritt ist sehr moderat und trotzdem ärgerlich. Rentner bekommen den Eintritt zum halben Preis und er kostet dann gerade mal 15.- NAD. Der Rentnerausweis hat wieder mal gewirkt. Vielleicht sehen wir aber auch so alt aus! Ärgerlich ist, dass die Menschen der südafrikanischen Union als Rentner nur 5.- NAD bezahlen. Wie schon in Südafrika bezahlen Personen außerhalb dieser Union immer deutlich mehr. So etwas kennen wir einfach aus Europa nicht.

Morgen geht es dann zur Blutkuppe in die absolute Einsamkeit für 4 Tage und wir haben ein Permit!

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Nach Walvis Bay zum Atlantik

Wow, erschreckend wie schnell die Tage vergehen. Nun sind wir schon am Atlantik.

Die Nacht auf dem Campingplatzes des „Ritz“ war zwar am Abend etwas laut aber ansonsten ein Platz zum Empfehlen. Am Sonntagmorgen fuhren wir dann sehr gemütlich Richtung Kuiseb-Canyon. Eine  landschaftliche sehr schöne Strecke. Steinwüste mit tiefen Canyons  in denen der sehr selten fallende Regen dann sturzflutartig abfließt und diese Landschaft dadurch geschaffen hat. Die C14 ist eine Hauptverbindungsstraße und als Naturpiste ausgeführt.
Die Piste ist in einem schlechten Zustand und stark ausgeprägtes Wellblech machte sie zu einem Härtetest für´s WoMo und zu einem Nerventest für uns. Man kann nicht sagen, eine Piste ist schlecht. Der Grader steht unter Umständen schon 20 km weiter und dann ist sie vorübergehend in einem super Zustand. Diesmal war sie aber überwiegend schlecht.

Da das Tagesziel nicht weit war, fuhren wir langsam durch den Gaub-Canyon und ließen uns viel Zeit zum Fotografieren.  Kurz vor dem Kuiseb-Canyon, genau wie in Deutschland, an der Provinzgrenze wurde dann die Piste zur geteerten Straße. Der Spuk hielt aber nur 6 km an, dann war die ursprüngliche Piste zurück. Versteh dies wer wolle, wir verstanden es nicht, auf 200 km Länge willkürlich 6 km zur Teerstraße zu machen.

An diesem Tag verstanden wir aber noch mehr nicht. Kurz vor dem Pass ein wunderschöner Aussichtspunkt, den wir auf unserer letzten Fahrt hierschon genossen, leider diesmal mit einem Schild versehen „Permit required“.  Da wir nur schlecht Englisch sprechen und lesen können haben wir den Hinweis einfach nicht verstanden. Manchmal ist es von Vorteil nichts zu verstehen.
Wir genossen den Ausblick.
Eine Landschaft, die nicht zu beschreiben ist. Man muss sie sehen, erspüren und auf sich wirken lassen. Es ist grandios. Auf der anderen Seite das gleiche Spiel. Auch dort eine Piste zu einem Aussichtspunkt und einem kleinen Wanderweg und auch hier der Hinweis „Permit required no vehicles beyond this point“. Wir verstanden wieder nichts und es wäre mehr als schade gewesen, den „Hinweis“ zu akzeptieren. Dieses Gebiet wurde dem Nationalpark zugeordnet und seitdem sind all die Punkte nur mit Permit anzufahren. Sprich, eine echte Abzocke! Zumindest wir haben es so empfunden.  Es hat sich in den Jahren nichts verändert nur kassiert soll jetzt werden. Da der Betrag relativ gering ist, wäre dies gar nicht schlimm. Ärgerlich ist nur, dass es das Permit 200 km weiter weg gibt! Wir haben uns darüber aber nicht geärgert sondern einfach das Gesetz übertreten.

Dieser Aussichtspunkt westlich des Canyon ist noch gewaltiger und wir konnten uns fast nicht losreisen von der Landschaft.
Von hier ist auch ein kleiner Trail möglich, der leider nicht bei der Zufahrt ausgeschildert ist. In den Jahren 1942/43 lebten hier 2 deutsche Geologen in dieser Einsamkeit. Sie hatten sich hierher zurückgezogen um dem Wahnsinn des 2. Weltkrieges zu entgehen. In dem Buch „Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste“ dokumentierte Prof. Dr. Henno Martin diese Zeit, die er hier mit seinem Freund und Kollegen verbrachte.
Leider darf man hier in dieser grandiosen Landschaft nicht übernachten.

Den in der Nähe eingezeichneten Campingplatz gibt es leider nur in der Landkarte, im Navi war er auch nicht präsent und er war sicherlich noch nie vorhanden. Etwa 20 km weiter dann ein 2. Platz zum Übernachten wie alles hier mit dem Schildern versehen „Permit required no vehicles beyond this point“. Er war leider belegt und somit fuhren wir dann doch noch  25 km weiter.


Wieder das Schild aber sonst war niemand da. So ein Platz ist richtig basic. Kein Strom, kein Wasser und  keine Toilette.  Dafür aber sehr ruhig. Ab 19.30 Uhr fuhr auf der etwa 1 km entfernten Straße kein Fahrzeug mehr. Kurze Zeit später stellten auch die Vögel ihr zwitschern ein. Es war so ruhig, dass man den eigenen Puls pochen hörte. Solch eine Stille gibt es nur in der Wüste, weit ab von jeglicher Zivilisation.  Nachts kamen Springböcke und Oryx bis ans Fahrzeug heran.

Am Montagmorgen wollten wir bis etwa 40 km vor Walvis Bay fahren. Am Vogelfederberg nochmals eine Nacht in solcher Einsamkeit verbringen.  Landschaftlich ist es hier noch schöner. Im Berg sind Höhlen, die man vom Übernachtungsplatz aus nutzen kann. Da wir hier aber schon am zeitigen Vormittag waren und zumindest eine andere Familie (vermutlich mit Permit) einen der weiläufigen  Plätze schon nutzte, entschlossen wir uns das „nicht verstehen“ nicht überzustrapazieren und fuhren noch bis Walvis Bay.

Wir sind zurück am Atlantik und wie hier üblich, ist es auf den letzten 40 km deutlich kühler geworden. Nebel haben wir bis jetzt nicht. Er ist hier durchaus  oft vorhanden, aber es weht eine steife Brise. Die steife Brise und einige Strandkörbe erinnern an Sylt und die Nordsee. Ist doch schön was man hier alles inklusive hat.
Wir haben uns vom Wind kräftig durchblasen lassen und sind auf der Strandpromenade fast 9 km spazieren gegangen. Außerdem hat Gisela telefonisch in Swakopmund eine Dünenexkursion vorgebucht, die mir unsere Töchter mit Ehemann und Freund zum 60. Geburtstag geschenkt hatten.
Mehr war an diesem Montag nicht drin, da wir noch einen älteren Reiseführer dabei haben. Hier am Ort haben wir nämlich in der Toyota-Werkstatt erfahren, dass heute Feiertag in Namibia ist.

Heute Morgen war es bis 10 Uhr richtig neblig. Vom WoMo tropfte der Tau ab und unsere Schuhe, die meistens im Freien stehen, waren davon feucht geworden. Wir suchten heute als erstes das Hafenbüro der Manica-Schiffsgesellschaft auf, um uns nach einer Passage von Walvis Bay nach Hamburg zu erkundigen. Wir wurden sehr zuvorkommend bedient. Leider haben wir keinen Preis erhalten. Wir sollen uns einfach per Fax melden, wenn wir einen Termin wissen. Möglich ist es und kein Problem. Wäre vielleicht eine Alternative.

Beim Toyota-Händler waren wir dann wegen der abgebrochenen Spiegelhalterung vorstellig. Ja, so etwas gibt es nicht und auf Lager ist nur ein silberfarbener Spiegel mit eingebautem Blinker. Kostenpunkt wie zu Hause 150.- €. Da das WoMo schwarz ist und der Blinker im Spiegel nur Ärger beim TÜV nach sich zieht, verzichteten wir und fahren vorläufig noch ohne Spiegel. Die Halterung würde es nur im Secondhand geben und der einzige Händler ist in Windhoek. So ein blödes Stück Plastik. Ich habe nun im Baumarkt einen 2- Komponentenkleber gekauft und das Ganze geklebt. Sieht gut aus und ich hoffe es hält. Morgen wird dann der erste Test gemacht und wir können dann in aller Ruhe nach Ersatz suchen.
Da wir mit der Reparatur der Feder in Springbock nicht gänzlich zufrieden waren und  das WoMo beim  Fahren auf der Piste doch immer wieder deutliche Schlaggeräusche von sich gab und der Federweg einfach zu gering war, suchten wir anschließend einen Off-Road-Spezialisten auf. Ganz mein Vertrauen konnte er zwar nicht gewinnen, aber ich ließ für knapp 400.- € eine Luftfederunterstützung einbauen.  Siehe da, nun ist wieder ein Federblatt übrig, aber das WoMo kam hinten bei einem Luftdruck von 3,5 bar ca. 5 cm hoch und es fährt sich sehr passabel. Selbst bei Dünenfahrten, mit Aufbau, hat sich das WoMo sehr souverän verhalten. Vielleicht muss ich das Luftkissen noch ein wenig härter stellen. Bis 7 bar Luftdruck verträgt es. Ich hoffe, dass es sich auch im Dauerbetrieb bewährt. Ein Namibianer hat es mir empfohlen. Er fährt seinen Hilux schon relativ lange mit solch einer Unterstützung. In Deutschland ist diese Unterstützung auch gebräuchlich, mein Händler hat mir vor Jahren aber abgeraten, da es bessere Möglichkeiten gibt. Es ist im Moment die einzige Alternative. Mit der ersten Reparatur hat es nicht funktioniert und auf Dauer hätte ich mir das WoMo ruiniert.

Wir fuhren dann noch raus in die Lagune.

Das Gebiet ist auf Meereshöhe und eine riesige Salzpfanne. Hier wird Salz gewonnen. Das Wasser wird in Becken geleitet und verdunsten lassen. Das dabei entstandene Salz dann richtig abgeerntet. Mit riesigen Baggern, LKWs und Förderbändern entstehen neben den Sanddünen Salzberge.

Pünktlich dann gegen 15.30 Uhr kam wieder dieser typische kalte, starke Wind auf und wir waren froh, dass wir uns ins WoMo zurückziehen konnten. Die Dachzelte neben uns flatterten mehr als heftig im Wind.
Morgen wollen wir weiter nach Swakopmund. Das Wetter wird wohl dort, es sind nur 35 km, auch nicht anders sein. Morgens feucht und dunstig, tagsüber sonnig und warm (20 ° C) und abends windig und kühl.  Dies ist hier der Einfluss des Atlantiks. Die Einheimischen hier sind ganz verrückt hier Urlaub zu machen wenn es im Landesinneren heiß und sonnig ist. Mir ist es nach 40 km ins Landesinnere immer schon viel angenehmer, dort ist es dann wieder sonnig und warm im Moment bei 30° C.

Was uns heute noch aufgefallen ist: In der Stadt lungerten keine Bettler oder alkoholisierte Menschen herum. Wir bewegten uns den ganzen Tag in der Stadt ohne dass wir von irgendjemand angegangen wurden.  Die Städte hier haben überwiegend sehr breite Straßen. Dies fällt durch den geringen Verkehr richtig ins Auge. Alles scheint etwas überdemensioniert. Dies wird aber in den Reiseführern auf die noch nicht sehr alte Gründerzeit der Städte im letzten Jahrhundert zurück geführt. Die Straßen wurden so angelegt, dass zumindest ein Ochsengespann gut wenden konnte und dies wurde bis heute beibehalten. Wobei hier kein Unterschied zwischen Walvis Bay, mit seiner englischen Prägung und Swakopmund mit seiner typisch deutschen Prägung ist.

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Der schnellste Vogel der Welt kann nicht fliegen

 

Der schnellste Vogel der Welt

 

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Zur Rostock Ritz Lodge

Nach drei Nächten auf Koiimasis kauften wir heute Morgen bei der Farmerin noch etwas Lebensmittel ein. Die Lebensmittel, die wir bisher direkt auf einer Farm kauften waren zwar nicht günstiger als im Laden aber qualitativ immer besser. Heute haben wir mariniertes Oryx-Steak gekauft und ich hoffe, dass es so gut schmeckt wie es aussieht. Die Farmerin war uns beiden nicht so sehr sympathisch, sie verabschiedete sich aber sehr herzlich von uns und vielleicht wird man einfach ein wenig sonderbar, wenn man so weit draußen lebt. Zurück zur Hauptstraße erschien mir heute die Strecke gar nicht mehr so raff wie vor drei Tagen. Vielleicht lag es daran, dass es morgens war und die Piste deshalb in einem nicht so harten Zustand war. Klingt komisch, ich weiß, ist uns aber schon öfters aufgefallen. Wir fuhren auf der D707 weiter. Alle Nebenstraßen sind hier nur Gravel-Straßen, alle waren bisher aber gut zu befahren. Da unsere Grundnahrungsmittel auch nur noch für wenige Tage reichen schlug Gisela vor, dass wir uns in Betta mit dem notwendigsten versorgen. In Betta angekommen, bestand der Ort vermutlich nur aus einer  großen Familie. Die Tankstelle und der damit verbundene Campingplatz machten einen sehr sauberen Eindruck. Lebensmittel gab es nur was aus eigenem Garten oder mit eigenem Haushalt erzeugt werden konnte. Gute Backwaren, etwas Gemüse und das war es dann auch schon.
Wir tankten auf und fuhren die 18 km noch weiter bis Duwisib.
Dort steht ein kleines „Schloss“ welches sich und seiner Gattin Baron von Wolf 1909 errichten ließ. Alle Baumaterialien und die komplette Einrichtung wurden aus Deutschland verschifft und mit Ochsenkarren die über 200 km von Lüderitz herangeschafft. Wolf lebte dort 5 Jahre mit seiner Frau die als der Krieg ausbrach in die USA zurück ging. Er selbst stellte sich dem deutschen Kaiserreich zur Verfügung und starb 1914 auf dem Schlachtfeld in Frankreich. Eine unglaubliche Geschichte. Bis in den 70-ziger Jahren des letzten Jahrhunderts stand das Schloss leer bevor es unter Denkmalschutz gestellt wurde und heute als Museum dient. Das Schloss hat sich nicht verändert seit unserem letzen Besuch hier vor 8 Jahren. Es sind Bestrebungen im Gang, im Schloss ein paar Zimmer für Touristen einzurichten und ein kleines Cafe zu integrieren. Die inzwischen zwei in direkter Nähe sich befindenden Campingplätze machten einen etwas leeren, verlassenen Eindruck und es fiel uns daher nicht schwer, die paar Kilometer nach Betta zurück zu fahren.

Der Campingplatz ist sehr nett und der Service gut. Für knapp 4.- € bekommen wir gerade die Wäsche gewaschen und dies sind gute 2 Maschinen voll und morgen früh werden für etwa 3.- € die Räder am Hilux getauscht. Die Bereifung an der Hinterachse ist deutlich stärker abgefahren als die an der Vorderachse. Ursprünglich waren am Hilux BFGoodrich 265/75R17 All-Terrain montiert. Die sind fast 60 000 km gelaufen. Für diese Reise habe ich dann die gleichen Reifen als Mud aufgezogen. Dieser Reifen ist im Gelände hervorragend, leider ist er von der Laufleistung her dem All-Terrain deutlich unterlegen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese über 30 000 km liegen wird. Zukünftig werde ich auf Grund der Laufleistung wieder auf das Bewährte zurückgreifen.

Die Zeit als wir uns etwas wärmere Tage gewünscht haben ist nun wohl endgültig vorbei. Obwohl es nachts noch schön kühl ist, sind die Tagestemperaturen schnell angestiegen und wir haben jetzt tagsüber um die 30° C.  Wie wird dies wohl erst im Frühjahr oder im nahenden Sommer?

Von Betta aus ging es dann am Donnerstag nach Sesriem.
Auf der Strecke war oft starkes Wellblech.
Wenn man dies zu langsam befährt wird die Holperei zur Tortur. Wenn man zu schnell unterwegs ist, „reitet“ man nur noch auf dem höchsten Punkt der Wellen und zumindest die starke Rüttelei hört auf. Wenn man aber bremsen muss oder eine Kurve zu schnell angeht, ist die Bodenhaftung des Fahrzeugs sehr gering und dadurch äußerst gefährlich. Auf diese Art und Weise passieren die meisten Unfälle hier. Kurz nach Betta sahen wir ein Geländefahrzeug, vollbepackt, welches von der Straße abgekommen war und sich dann mehrfach überschlagen hatte. Es sah sehr frisch aus, wir hielten an und ich war mehr als froh als ich sah, dass niemand mehr im Auto war.

Sesriem ist der Eingang zum Sesriem Canyon und zu den Sanddünen der Namib, die sich bis zu 300 m hoch mit ihrem rotschimmernden Sand auftun. Der Tsauchab-River, ein periodischer Fluss, mündet hier zwischen den Sanddünen, die ihm den Weg zum Atlantik versperren. So kommt es hier alle paar Jahre dazu, dass der Fluss sich hier zu einem See anstaut und so die Wüste zum Blühen kommt. Wir sind nun zum dritten Mal schon hier und haben vor fünf Jahren erlebt, dass die Wüste blühte, so merkte man diesmal deutlich den fehlenden Niederschlag. Am Ende des trockenen Flussbettes bildete sich schon vor Jahrzehnten ein kleiner See, der austrocknete. Der Boden versalzte, die Bäume und Pflanzen starben ab und der Sand wehte eine Düne so davor, dass sich heute auch bei viel Wasser der ehemalige See nicht mehr füllen kann. Das Sossusvlei war entstanden. Eine bizarre, weiß gleißende Fläche im Sonnenlicht ohne jeglichen Bewuchs. Wie Schnee sieht dies fast aus.
Die 60 km in die Dünen hinein führt eine asphaltierte Straße. Verrückt wenn man bedenkt, dass die nächste Teerstraße bei Aus verläuft und alle Hauptverbindungsstraßen hier her Pistencharakter haben. Allerdings die letzten 4 km zum Sossusvlei hatten es dann in sich. Eine Piste nach meinem Geschmack. Tiefer Sand, zwar etwas wellig aber es machte Spaß. Wir verbrachten den Nachmittag  im Tal und ließen die grandiosen Dünen auf uns wirken. Auf den Weg zum Sossusvlei bestieg ich dann noch eine Düne und freute mich königlich. Hatte ich noch vor 4 Jahren keine Chance mit meiner Hüfte, klappte es dieses Mal hervorragend. Den Vormittag muss ich hier noch erwähnen. Da besuchten wir schon früh morgens den Sesriem-Canyon.

Auch der führte, anders als beim letzten Besuch, kein Wasser.  Vor 5 Jahren konnten wir den Canyon nicht einmal betreten, weil das Wasser so hoch stand. Heute war das Flussbett trocken und voller Sand und Steine. Wir genossen die frühe Morgenstunde und den Schatten im Canyon und gingen ausgiebig spazieren. Hier unten gab es sehr viele Tierspuren. Die Tiere nutzen das etwas intensivere grüne Buschwerk hier unten. Der Canyon ist etwa 25 m hoch und an der schmalsten Stelle wohl keine 10 m breit. Die Felsen sind in Laufe der Jahrhunderte ausgespült. Höhlen haben sich gebildet. Vögel nisten. Ganz hinten dann im Canyon als es nur mit Klettern steil nach oben weiterzugehen schien versuchte ich zumindest die ersten Felsen noch zu übersteigen. Ihr könnt euch vorstellen, dass natürlich sofort ein Einwand kam:  „Muß das sein???!“ Als ich aber von der anderen Seite sagte, dass sich hier ein kleiner See gehalten hatte und es bestimmt nicht schwer wäre da rüber zu kommen, war Gise in Windeseile da und entdeckte, dass sich einige welsartige Fische darin tummelten. Bis zu 40 cm waren diese lang. Eine Guelta mitten in dieser Wüste.

Es war ein traumhaft schöner Tag für uns. Wir freuten uns beide, dass wir an diesem Tag (es war nicht geplant) hier sein konnten. Mit der Sandwüste verbindet uns ja vieles und heute war schließlich unser 39. Hochzeitstag. Abends allerdings zurück auf dem Campingplatz verfinsterte sich die gute Stimmung ein wenig. In unmittelbarer Nähe unseres Stellplatzes stand ein anderes Fahrzeug. Ich wollte mich auf unseren angestammten Platz stellen und Gisela empfand dies als Provokation und bestimmte, dass wir uns einen anderen Platz nehmen. Nicht dass ich um einen Platz kämpfen würde aber der alte Platz vom Vorabend war auf einer kleinen Sanddüne und einfach sooo schön. Was soll´s, war den Knatsch nicht wert. Wie so oft ging es aber mehr ums Prinzip und Verhaltensmuster.

Heute Morgen waren, als wir aufstanden, dann alle schon weg Richtung Sanddünen. Wir fuhren Richtung Solitaire. Dort gab es ein Stück vom besten Apfelstrudel der in Namibia gemacht wird. Die Bäckerei dort auf der Farm ist wirklich vom feinsten. Apfelstrudel, Schneckennudeln und Brot schmecken ausgezeichnet. Der Bäcker hat gut 130 kg und man sieht ihm an, dass seine Backwaren super sind. Schade, dass der angrenzende Einkaufladen vor Ort sehr an Qualität eingebüßt hat. Es gibt zwar Souvenirs aber  an Lebensmitteln war die Auswahl mehr als eingeschränkt. Ist schade, war schon mal anders.
Gegen Mittag fuhren wir dann noch ein paar Kilometer weiter bis zur Rostock Ritz Lodge. Dort genossen wir einen Lunch auf der Terrasse und entschlossen uns, auf deren Campingplatz zu übernachten. Es gibt nur vier Plätze und wir hätten großes Glück, dass gerade einer frei geworden ist. Wir hatten ja wieder nicht gebucht. Nun stehen wir hier mit ein paar jungen Menschen aus Spanien und neben uns sind zwei Plätze frei. Es ist sehr ruhig hier und ein leichter Wind weht. Heute hatte es 34°C. Es ist jetzt 18.30 h, es ist fast dunkel und gerade kommen noch drei Fahrzeuge an.

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Aus Koiimassis

Es ist der Ort wo man die Seele baumeln lassen kann!


 

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